Kommission will Weitergabe von Informationen an Dritte ermöglichen
Wirtschaftsprüfer hadern mit EU-Plänen

Nach den Bilanzskandalen bei Enron, Parmalat und Ahold will die EU-Kommission die Regeln für Wirtschafts- und Bilanzprüfer verschärfen. Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein legte gestern in Brüssel einen Vorschlag zur Revision einer Richtlinie aus dem Jahre 1984 vor.

jh/lü BRÜSSEL. Der Verband der Europäischen Wirtschaftsprüfer (FEE) und das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) begrüßten die Initiative aus Brüssel, übten aber auch Kritik an einem zentralen Punkt. Danach sollen Prüfer in „außergewöhnlichen Fällen“ die Möglichkeit erhalten, Informationen und Dokumente von Unternehmen direkt an Behörden in Drittstaaten weiterzuleiten. Experten sprechen von einem Kniefall Bolkesteins vor den Amerikanern. Das in den USA nach dem Enron-Skandal geschaffene Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) und die US-Regierung hatten auf dem Zugriffsrecht bestanden.

Das IDW meldet erhebliche rechtliche Bedenken an und hätte lieber ein grundsätzliches Verbot der Weitergabe von Informationen an Drittstaaten gesehen. „Insbesondere die Vorschriften zur Verschwiegenheit und des Datenschutzes lassen einen solchen Zugriff auf Arbeitspapiere des Abschlussprüfers nicht ohne weiteres zu“, sagte Klaus-Peter Naumann, Vorstandssprecher des IDW, dem Handelsblatt.

Auch bei den Wirtschaftsprüfern zeigt man sich davon wenig begeistert. „Ein Wirtschaftsprüfer hat gegenüber seinem Mandanten ein besonderes Vertrauensverhältnis. Er hat einen Einblick in praktisch alle Interna des Unternehmens. Diese Dinge einem fremden Dritten zu übermitteln ist ein Unding“, sagte Manfred Bolin von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO.

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