Konsequenz aus Unglück
Kontrolleure schließen Textilfabriken in Bangladesch

Zehntausende Arbeitsplätze hat die Schließung von über 218 Fabriken in Bangladesch gekostet. Teilweise veranlassten westlichen Kontrolleuren die Schließungen - doch hinter den Ursachen stecken auch deutsche Auftraggeber.
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DhakaSeit dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes im April 2013 sind in Bangladesch sind nach Branchenangaben mehr als 200 Textilfirmen geschlossen worden. Zehntausende Beschäftigte hätten dadurch ihre Arbeit verloren, teilte der Verband der Textilbranche des Landes am Donnerstag in Dhaka mit. Bei den meisten Fabriken habe es sich um kleine und mittlere Unternehmen mit 300 bis 800 Mitarbeitern gehandelt.

21 der insgesamt 218 Fabriken seien auf Veranlassung der von westlichen Handelsfirmen geschickten Sicherheitskontrolleure geschlossen worden. Die übrigen Fabriken hätten die Betreiber von sich aus geschlossen, da eine Modernisierung ihrer Ansicht nach die Probleme nicht gelöst hätte.

Die Branche erlebe derzeit einen schwierigen Wandel, erklärte der Verband der Textilhersteller und -exporteure, der die Interessen von 4500 Fabriken vertritt.

Khandaker Moazzem Hossain von der Denkfabrik Centre for Policy Dialoge stellte die vom Verband veröffentlichten Zahlen infrage. So seien viele der aufgelisteten Fabriken schon vor dem Einsturz des Rana Plaza am 24. April 2013 geschlossen worden. Für den Produktionsrückgang könne vielmehr die eingebrochene Nachfrage wichtiger Auslandsmärkte verantwortlich sein. Als Beispiel nannte er Deutschland und die USA.

Bei der Rana-Plaza-Tragödie kamen 1138 Textilarbeiter ums Leben, mehr als 2000 weitere Menschen wurden verletzt. Zahlreiche westliche Firmen hatten in dem Gebäude Kleider nähen lassen. Ermittlungen zufolge stürzte es unter dem Gewicht illegal errichteter Stockwerke und schwerer Maschinen ein.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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