Konzern plant Beteiligung an dänischem Konkurrenten
Deutsche Post erhöht Ergebnisprognose

Die Deutsche Post ist auf dem besten Weg, ihr Ziel zu erreichen, 2005 weltweit die Nummer eins in der Logistik zu werden. Nach einem unerwartet starken Geschäft im ersten Halbjahr hat Vorstandschef Klaus Zumwinkel die Prognose für das operative Ergebnis (Ebita) des Konzerns im laufenden Geschäftsjahr auf ein Plus zwischen 7,5 bis 12,5 Prozent angehoben.

agr BONN. Bisher hatte die Deutsche Post einen Zuwachs zwischen 5 und 10 Prozent erwartet. Analysten zeigten sich mit der Steigerung der Ertragskraft zufrieden. Der Kurs der Post-Aktie blieb konstant.

„Durch die guten operativen Ergebnisse und den Börsengang der Postbank gehen wir davon aus, dass wir in diesem Jahr schuldenfrei sind“, sagte Zumwinkel in Bonn auf der Halbjahrespressekonferenz. Zusätzlich zum Abbau der Nettofinanzverschuldung will er aber auch die Pensionsverpflichtungen mit Hilfe des rund 2,6 Mrd. Euro hohen Erlöses aus dem Börsengang der Finanztochter um 1 Mrd. Euro und damit um ein Sechstel auf 5 Mrd. Euro senken. Die Rückstellungen für die Altersversorgung der Mitarbeiter sollen sukzessive durch Fonds abgedeckt werden. Davon verspricht sich die Post ein besseres Rating.

Die restlichen 1,6 Mrd. Euro aus dem Börsengang will Zumwinkel in den Ausbau der weltweiten Infrastruktur des Logistikkonzerns stecken und für Beteiligungen vor allem im internationalen Briefgeschäft nutzen. „Wir sind zuversichtlich im Geschäftsjahr 2005 rund 50 Prozent unserer Umsätze außerhalb Deutschlands zu erwirtschaften“, sagte Zumwinkel. Aktuell sind es 47 (Vorjahr: 40,5) Prozent.

In den USA schrieb die Post im ersten Halbjahr noch einen operativen Verlust von 229 Mill. Euro. Durch Investitionen von über 1,2 Mrd. US-Dollar in das US-Netz von DHL soll 2005 aber die Gewinnschwelle erreicht werden. DHL ist nach den US-Expressdiensten UPS und Fedex nach der Übernahme des US-Paketdienstes Airborne die Nummer drei in Nordamerika.

Zumwinkel bestätigte erstmals, dass die Deutsche Post eine Beteiligung an der Dänischen Post anstrebe. Mit Hilfe der Investmentbank Rothschild hat sich die Deutsche Post an der Ausschreibung zum Kauf einer Beteiligung von 25 Prozent an der Dänischen Post beteiligt. Die Entscheidung soll Ende des Jahres fallen. Es sei kein großes Thema, sagte indes Post-Finanzvorstand Edgar Ernst am Rande der Veranstaltung. Er veranschlagt den Kaufpreis für den Anteil an dem Wettbewerber auf unter 100 Mill. Euro. Allerdings hatte die Deutsche Post auch bei ihrer Expresstochter DHL zunächst nur eine Minderheitsbeteiligung übernommen, um einen „Fuß in die Tür“ zu bekommen.

Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Briefmärkte peilt die Deutsche Post eine führende Rolle in Europa an. Auch an der Österreichischen Post hat Zumwinkel Interesse angemeldet. Doch im Gegensatz zu Dänemark „passiere in Österreich in Sachen Privatisierung zur Zeit konkret überhaupt nichts“. In Großbritannien und den Niederlanden ist die Deutsche Post bereits mit eigenen Brieffirmen stark vertreten.

Aufgeholt hat die Deutsche Post im Logistikbereich. Die Umsatzrendite kletterte von 2,8 auf 3,6 Prozent. Begründet wird dies vor allem mit starken Zuwächsen in der Luft- und Seefracht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%