Kooperationen mit Tank und Rast sowie Tengelmann
Kamps will mit Nordsee in Osteuropa expandieren

Der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps ist mit Privatinvestoren mit rund 75 Prozent bei der Schnellrestaurantkette "Nordsee" eingestiegen. Die restlichen Anteile hält indirekt und direkt das japanische Bankhaus Nomura. Sie sollen gemeinsam für das Bremerhavener Unternehmen rund 175 bis 200 Mill. Euro gezahlt haben. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.

lip/dih/pk HAMBURG/LONDON. Keiner der Beteiligten wollte sich am Dienstag zu Details äußern. Einzelheiten sollen erst in einigen Wochen bekannt gegeben werden. Nikolaj Larsen, Vizepräsident bei der Nomura Asset Finance Group in London, bestätigte nur, dass Nomura eine Minderheit halten werde. "Wir finanzieren vor allem, doch wir übernehmen auch Anteile an Firmen, wenn wir die Chance sehen, ein Geschäft auf- und auszubauen", sagte er.

Kamps hat sich gegen den britischen Bieter Terra Firma und andere Bieter durchgesetzt. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden, heißt es. Verkäufer ist die Kapitalbeteiligungsgesellschaft Apax Partners, die bereits seit mehr als einem Jahr auf der Suche nach einem Käufer war. Sie hatte das Unternehmen 1997 von dem Konsumgüterhersteller Unilever übernommen. Ein geplanter Nordsee-Börsengang war gescheitert. Unklar ist noch, ob Kamps direkt in die Geschäftsführung tätig wird. In Finanzkreisen heißt es, dass der ehemalige Großbäcker die Absicht hat, das Unternehmen gemeinsam mit dem Geschäftsführer Hans Matthijsse zu leiten. Kamps ist bereits einer der Aufsichtsräte der fünftgrößten deutschen Imbisskette mit 6000 Mitarbeitern.

Kamps will mit der "Nordsee" vor allem in Osteuropa expandieren - insbesondere in Russland. Erste Tests laufen bereits mit einem Schnellimbiss in Slowenien, heißt es. Von den rund 433 Nordsee-Filialen sind bereits 70 im Ausland, die meisten in Österreich.

Auch im Inland will Kamps das Wachstum durch neue Filialen ankurbeln. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, soll die bereits begonnene Kooperation mit der Raststättenkette Tank und Rast deutlich ausgebaut werden. Nordsee verfügt mit Tank und Rast bereits über sechs Standorte. Vor einem Jahr wollte Heiner Kamps die Raststättenkette sogar kaufen. Weil aber ein Finanzinvestor absprang, erhielt das Beteiligungsunternehmen Terra Firma den Zuschlag.

Angesichts des schwachen Inlandsmarkts sucht der agile Ex-Bäcker weitere Kooperationspartner im Lebensmittelhandel, heißt es in Finanzkreisen. Dazu gehört die Tengelmann-Gruppe. Hier will er in Supermärkten Filialen im Franchisesystem etablieren. Erste Test an drei Standorten laufen bereits, bestätigt eine Tengelmann-Sprecherin.

Nordsee setzte zuletzt rund 290 Mill. Euro um und hatte einen Gewinn im "einstelligen Millionenbereich" erzielt, heißt es aus Finanzkreisen. Betriebsratschef Wolfgang Richter geht derzeit davon aus, dass es zu keinen Stellenstreichungen kommen wird. "Wir werden demnächst mit den Eigentümern über das Konzept sprechen", so Richter.

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