Krankenhausmarkt
Kliniken ringen um Vertrauen

Im Gesundheitsmarkt stehen die Zeichen grundsätzlich auf Wachstum. Aber die aktuellen politischen Debatten wie Kostendruck und Finanznöte belasten auch die Bewertung der Unternehmen an den Märkten. Das trifft gerade auf private börsennotierte Kliniken, Altenhilfe- und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland zu.



FRANKFURT. Das schwierige Umfeld belastet die Stimmung am Kapitalmarkt und reduziert die Erwartungen der Anleger und Investoren. Einige Aktien haben in den vergangenen Monaten daher deutlich an Wert verloren.





Doch hat die Branche eine Chance, gegenzusteuern? Viele private Klinik-, Pflege- und Reha-Betreiber stehen wirtschaftlich recht gut da, haben aber keine entsprechende öffentliche Wahrnehmung - was ihnen die Finanzierung ihres Wachstums über die Börsen erschwert. Das belegt eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Kleeberg. "Die Eigenkapitalausstattung ist bei den meisten Firmen gut und beträgt durchschnittlich über 25 Prozent. Der Umsatz wächst und das operative Ergebnis steigt zumindest bei mehr als der Hälfte der Unternehmen", fasst Kleeberg-Geschäftsführer Karl Petersen zentrale Ergebnisse der Studie "Total Balance" für den Klinikmarkt zusammen. Die Prüfer nahmen acht Unternehmen anhand ihrer zuletzt veröffentlichten Geschäftsberichte unter die Lupe, sechs der Firmen davon sind börsennotiert.



Zu den untersuchten Krankenhausbetreibern gehören die im MDax notierte Rhön-Klinikum AG (2,2 Mrd. Euro Umsatz), die zum Fresenius-Konzern gehörende Helios Kliniken Gruppe (1,8 Mrd. Euro) und die Sana Kliniken AG (946 Mill. Euro), die von privaten Krankenversicherungen getragen wird. Aus dem Segment Reha/Postakut-Kliniken untersuchte Kleeberg die börsennotierten Anbieter MediClin AG (392 Mill. Euro Umsatz) sowie die Eifelhöhen Klinik AG (38 Mill. Euro Umsatz).

Ihren Schwerpunkt im Pflegemarkt haben die Curanum AG (Umsatz: 230 Mill. Euro), die Marseille Kliniken AG (215 Mill. Euro) und die Maternus Kliniken AG (106 Mill. Euro). Letztere ist der einzige Anbieter unter den untersuchten Firmen, der im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust sowie negatives Eigenkapital aufweist. Grund sind unter anderem Schwierigkeiten in dem kleineren Geschäftsfeld Rehabilitation sowie im Immobilienbereich. Die Maternus AG wurde 2007 im Zuge der Insolvenz der Beteiligungsfirma WCM mehrheitlich an den Seniorenheimbetreiber Cura verkauft. Cura hält inzwischen laut Maternus-Halbjahresbericht 79,45 Prozent der Aktien.

Trotz zumeist positiver Geschäftszahlen ist die Wahrnehmung der Klinik- und Heim-Betreiber am Kapitalmarkt sehr unterschiedlich, wie die Prüfer anhand des Verhältnisses von Marktkapitalisierung zu Eigenkapital ermittelten.

Die beiden Pflegeanbieter Curanum und Marseille beispielsweise können sich hoher Wertschätzung erfreuen: Die Relation von Marktkapitalisierung zu Eigenkapital beträgt mehr als 400 Prozent. Skepsis gibt es dafür gegenüber den Anbietern des Reha-Sektors: Die Werte für Eifelhöhen Klinik und MediClin liegen unter 100 Prozent.

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