Krankenkassen-Pleite
Hilfe für Versicherte der City BKK in Sicht

Der Druck auf die gesetzlichen Krankenkassen durch die insolvente City-BKK wächst. Denn irgendwo müssen die Versicherten unterkommen. Bei mehreren Treffen der Institute soll nun eine Quotenregelung Abhilfe schaffen.
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DüsseldorfPolitik und Krankenkassen versuchen, die Versicherten der insolventen City BKK zu beruhigen. Es sei „gesetzeswidrig“, wenn Versicherte von anderen Kassen abgewiesen werden, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin. Der Spitzenverband Bund der gesetzlichen Krankenkassen betonte, dass die angefangenen Behandlungen von City-BKK-Patienten weiter bezahlt werden. Gleichzeitig schloss der Kassenverband einen Anstieg der Zusatzbeiträge nicht aus.

Die Ministeriumssprecherin sagte, die Versicherten der City BKK hätten die Möglichkeit, sich bis Mitte Juli bei einer der anderen 155 gesetzlichen Krankenkassen zu melden. Dort müssten sie unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand aufgenommen werden.

Mehrere Kunden der insolventen City BKK hatten sich beschwert, dass sie beim Versuch des Kassenwechsels aus fadenscheinigen Gründen von Versicherern abgewimmelt worden sein. So hatte zum Beispiel die Barmer GEK wegen des Andrangs von City-BKK-Kunden ihre neun Kundencenter in Hamburg vorübergehend geschlossen. Begründet hatte sie das damit, dass sich das Institut um seine eigenen Versicherten kümmern müsse. Auch Krankenkassen wie die HEK aus Hamburg und die AOK erweckten den Eindruck, dass sie die City-BKK-Kunden nicht übernehmen wollten.

Die Deutsche Hospiz-Stiftung appellierte an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), Druck auf den GKV-Spitzenverband auszuüben und zu einem Spitzengespräch einzuladen. Es könne nicht sein, dass pflegebedürftige Versicherte bei der Schließung der Krankenkasse im Stich gelassen werden.

Die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, sagte im Deutschlandradio Kultur, die Versicherten der City BKK bräuchten „keine Sorgen um ihre Leistungen zu haben“, die begonnenen Behandlungen sowohl im Krankenhaus, bei niedergelassenen Ärzten oder beim Zahnersatz, „werden weiter finanziert“. Auch die Anbieter müssten keine Sorgen haben: ab dem 1. Juli, dem Zeitpunkt der Schließung, würden sämtliche Forderungen abgewickelt und bezahlt

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  • Hilfe? Will der Hr. Rösler endlich zahlen für seine Fehler (Zusatzbeiträge) oder die Menschen weiter verachten? Ich wette, das Letztere trifft zu.

  • Das ganze nennt sich Ulla Schmidts Krankenkassen-Domino.

  • Wieso Quotenregelung? Der Versicherte kann sich aussuchen, zu welcher Kasse er wechseln möchte. Oder kann er gegen eine Zuweisung ggf. Widerspruch einlegen?

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