Kreuzfahrt-Massengeschäft
Tui plant den nächsten Schifffahrts-Coup

Europas führender Touristikkonzern Tui hat gerade erst für einen Milliardenbetrag die Containerreederei CP Ships übernommen. Nun soll sich eventuell in der Passagierschifffahrt etwas tun.

HB BERLIN. Der Konzern mache gerade eine strategische Bestandsaufnahme, wie er sich im boomenden Kreuzfahrtmarkt positioniere, sagte Tui-Chef Michael Frenzel der Zeitung „Die Welt“ (Montagausgabe). Heute sei die Tui im englischen Markt mit vier Schiffen vertreten. Im deutschen Markt werde mit der „MS Europa“ und drei weiteren Schiffen das Luxus- und Expeditionssegment bedient. „Was uns fehlt, ist das Volumengeschäft. Ob wir dort einsteigen, prüfen wir gerade.“

Die Rentabilität der Kreuzfahrtsparte, die zur Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd gehört, war zuletzt schwach: Bei einem leichten Umsatzzuwachs auf 133 Millionen Euro belief sich das Vorsteuerergebnis 2004 auf 2,4 Millionen Euro. Im Vorjahr war sogar noch ein Verlust angefallen.

Würde Tui seine Kreuzfahrt-Aktivitäten tatsächlich ausbauen, wäre das eine abermalige Stärkung von Hapag-Lloyd. Erst vor wenigen Wochen hatte Tui angekündigt, die britisch-kanadische Containerreederei CP Ships zu übernehmen. Mittlerweile hat der Touristikkonzern die erforderliche Aktienmehrheit, um die restlichen Anteilseigner aus dem neu erworbenenen Unternehmen zu drängen.

Tui-Chef Frenzel erwartet nach der Übernahme eine deutliche Ergebnisverbesserung und erhofft sich eine nachhaltige Steigerung des Börsenwertes. „Das allein ist der beste Schutz vor einer feindlichen Übernahme“, sagte Frenzel. Die Übernahme solle jedes Jahr Einspareffekte von 180 Millionen Euro bringen, hatte Frenzel dem „Spiegel“ gegenüber gesagt. Sie sei nicht zu teuer gewesen, betonte er. „Die Containerschifffahrt ist eines der letzten großen Wachstumsfelder im Rahmen der Globalisierung.“

Zuversichtlich zeigte sich Frenzel auch über die weitere Entwicklung des Tourismusgeschäfts. „Wir sind weiter optimistisch, dass der Markt in den kommenden Jahren im Schnitt um 4 bis 5 Prozent beim Umsatz wachsen wird. Ich sehe keinen Grund, Prognosen zurückzunehmen.“ Im Wintergeschäft gebe es ein Plus im Vergleich zum Vorjahr.

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