Kurzarbeit
Handel setzt verstärkt auf Kurzarbeit

Die Bundesregierung hat im Zuge ihres Konjunkturpakets die Hürden für die Anwendung der Kurzarbeit gesenkt. Nun greifen gleich mehrere große Anbieter nach der Sozialleistung. Doch Kritik hagelt es auch aus den eigenen Reihen.

BERLIN/DÜSSELDORF. Die Lockerung der Vorschriften für Kurzarbeit rückt dieses Arbeitsmarkt-Instrument erstmals auch in den Fokus von Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Selbst der Düsseldorfer Dax-Konzern Metro erklärte nun überraschend, man prüfe für die großflächigen Selbstabholermärkte (Cash & Carry) die Einführung von Kurzarbeit. Entschieden sei aber noch nichts, stellte ein Sprecher von Deutschlands größtem Handelsunternehmen klar.

Die Bundesregierung hat im Zuge ihres Konjunkturpakets die Hürden für die Anwendung der Kurzarbeit gesenkt. Bisher musste der konjunkturbedingte Arbeitsausfall für mindestens ein Drittel der Mitarbeiter eines Betriebs mehr als zehn Prozent ausmachen, damit die Bundesagentur für Arbeit (BA) Kurzarbeitergeld zahlt. Nun wird das Drittel-Quorum für die Zeit bis Ende 2010 ausgesetzt. Dies ist für den Handel insofern besonders interessant, als es dort zumeist schwieriger ist als in der Industrie, auf einen Schlag große Teile der Belegschaft nach Hause zu schicken. Kurzarbeiter erhalten für die Ausfallzeit je nach Familienstand 60 oder 67 Prozent des regulären Lohns aus der Sozialkasse.

Tatsächlich sind Handelsunternehmen bisher beim Thema Kurzarbeit stark unterrepräsentiert. Laut BA meldeten im Februar 2 023 Händler für zusammen gut 25 000 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Zum Vergleich: Allein im verarbeitenden Gewerbe waren es im Februar 8 537 Firmen mit 571 000 Arbeitnehmern.

Jetzt aber kündigen gleich mehrere Handelskonzerne an, Kurzarbeit nutzen zu wollen. Vorreiter ist die Baumarktkette Praktiker, die wegen der eigenen Rabattpolitik („20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung“) unter Ertragsdruck geraten ist. Der Vorstand des im MDax notierten Unternehmens hat sich nach eigenem Bekunden mit dem Gesamtbetriebsrat auf die Möglichkeit von Kurzarbeit geeinigt. Wie viele der 14 000 Praktiker-Mitarbeiter davon betroffen sind, stehe noch nicht fest. Auf der Liste stehen aber 86 der 260 deutschen Standorte.

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