Kurzfristiger Anteilsverkauf
Aufseher prüfen Praktiker-Pleite

Als Großaktionärin der Baumarktkette Praktiker setzte sich Isabella de Krassny vehement für die Rettung des Konzerns ein. Trotzdem reduzierte sie ihren Anteil deutlich. Nun untersucht die Finanzaufsicht Bafin den Fall.
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BerlinDie Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) untersucht die Insolvenz der börsennotierten Baumarktkette Praktiker. „Wir schauen uns den Fall an“, sagte eine Behördensprecherin der „Welt“. Das sei aber eine Routine bei Insolvenzen. Sollte es Unregelmäßigkeiten gegeben haben, werde die Bafin das herausfinden.

Die österreichische Fondsmanagerin und Großaktionärin Isabella de Krassny hatte unmittelbar nach der Insolvenz von Praktiker vehement die Rettung des Konzerns gefordert und das Rettungskonzept, das einen Ausbau der Max-Bahr-Sparte vorsah, gelobt. Trotzdem reduzierte sie bis zum 19. Juli und damit noch vor der Max Bahr-Insolvenz ihren Stimmrechtsanteil von 9,61 Prozent auf nur noch 3,37 Prozent.

Derzeit suchen die vorläufigen Insolvenzverwalter nach Investoren. Bis Anfang September sollen erste Angebote für das Unternehmen oder Teile davon vorliegen, kündigten die Verwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder am Dienstag an. „Wir haben zahlreiche Anfragen von Investoren, die Praktiker/Max Bahr in toto betreffen“, sagte Seagon. Ziel sei es daher, zügig erste Ergebnisse zu erreichen. Das Unternehmen werde nicht 1:1 an einen Investor weitergereicht werden können, aber als lebensfähige Einheit. Das Investmenthaus Macquarie kümmert sich um den Angebots- und Auswahlprozess.

Praktiker war im Juli in die Insolvenz gerutscht, kurz darauf auch die Tochtergesellschaft Max Bahr. Laut Insolvenzverwalter arbeiten in Deutschland 15.000 Menschen für beide Unternehmen, einschließlich Teilzeitkräften und geringfügig Beschäftigten. Zu der Gruppe gehören in Deutschland mehr als 300 Baumärkte. Davon firmieren 132 Märkte unter der Marke Max Bahr. Wie viele Niederlassungen und Arbeitsplätze gerettet werden können, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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