Langer Samstag positiv bewertet
Karstadt-Quelle-Umsatz stagniert

Der Umsatz von Karstadt-Quelle hat im ersten Halbjahr 2003 nach Aussagen von Vorstandschef Wolfgang Urban stagniert. Die Einführung des langen Samstags Anfang Juni habe sich bislang positiv bemerkbar gemacht.

Reuters DORTMUND. „Wir werden beim Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr in etwa auf Vorjahreshöhe liegen“, sagte der Chef von Europas größtem Warenhaus- und Versandhandelskonzern am Donnerstagabend vor Journalisten in Dortmund. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern in den ersten sechs Monaten wegen der schleppenden Kauflust bei einem Umsatz von 7,36 Mrd. € den Vorsteuerverlust auf 348 Mill. € mehr als verdoppelt.

Urban zeigte sich mit der Entwicklung in diesem Jahr bei den Warenhäusern und den Fachgeschäften aber zufrieden. Die Geschäfte liefen dort erfreulich, sagte er. „Auch der Versandhandel läuft nach wie vor sehr erfreulich“, fügte er hinzu. Dies sei bemerkenswert, weil Quelle im vergangenen Jahr auf Grund des Jubiläumsgeschäftes eine Sonderkonjunktur verzeichnet habe.

Angaben zur Ergebnisentwicklung machte der Konzern nicht. Am 7. August will das Unternehmen seine Halbjahresbilanz vorlegen. Im ersten Quartal 2003 hatte Karstadt-Quelle mit Hilfe seines Restrukturierungsprogrammes inklusive Personalabbaus trotz Umsatzrückgangs seinen Betriebsverlust verringert. Für 2003 hatte Urban auf der Hauptversammlung die Marschrichtung vorgegeben, nach einem von Konsumschwäche geprägten Jahr zumindest besser als die Branche abzuschneiden. „Wir sind zuversichtlich, dass sich der Umsatz des Konzerns im Geschäftsjahr 2003 besser entwickeln wird als der vergleichbare Markt“, hatte Urban Ende Mai angekündigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht verschlechtern, könne ein operatives Ergebnis (Ebta) von mindestens 250 Mill. € erreicht werden.

Lange Samstage bringen Umsatzsteigerungen

Positiv äußerte sich Urban über die seit Juni geltenden längeren Ladenschlusszeiten an Samstagen. „Wir haben an den ersten Samstagen seit der Änderung ganz starke Umsatzsteigerungen gesehen, die im hohen zweistelligen Bereich liegen“, sagte der Karstadt-Quelle-Chef am Donnerstagabend. „Wir erwarten jetzt, dass wir zumindest in den großen Städten zu mehr Umsatz kommen werden.“ In der Branche war zuvor vielfach befürchtet worden, dass die längeren Öffnungszeiten lediglich zu einer Verschiebung der Umsätze in die Abendstunden führen würden.

Der Metro-Konzern verspürt ebenfalls positive Auswirkungen der verlängerten Ladenschlußzeiten in Deutschland. „Auch wir haben gute Kundenfrequenzen an langen Samstagen“, sagte ein Sprecher am Freitag in Düsseldorf auf Anfrage. Details wollte er aber nicht nennen und verwies auf die am 31. Juli anstehende Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal. Auch Metro-Chef Hans-Joachim Körber hatte bereits bei der Hauptversammlung im Mai betont, längere Öffnungszeiten seien gut für das Konsumklima in Deutschland.

Eine Sprecherin des Handelskonzerns Douglas sagte, dem Konzern lägen noch keine belastbaren Daten über die Entwicklung an langen Samstagen vor. Der Konzern werde sich dazu aber voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt äußern.

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