Lidl und Co bauen Marktanteil kontinuierlich aus
Discounter greifen in Frankreich an

Die seit Monaten kursierenden Gerüchte, Carrefour könnte von der weltweiten Nummer eins, dem US-Konkurrenten Wal-Mart, geschluckt werden, wollen nicht verstummen. Denn Carrefour gilt nach wie vor als Übernahmekandidat. Der Konzern ist an der Börse niedrig bewertet.

HB PARIS. Vor allem das schwache Inlandsgeschäft macht den großen französischen Supermärkten zu schaffen. Sie alle bekommen zudem die wachsende Konkurrenz der Discounter zu spüren. Im Carrefour-Spitzenmanagement rollten sogar schon Köpfe: Konzern-Chef Daniel Bernard musste im Frühjahr seinen Stuhl räumen.

„Seit 20 Jahren haben wir kein solches Phänomen erlebt“, sagt Jean Piquet von Mercer Management Consulting. Ihm zufolge ist der Umsatz der großen französischen Supermärkte, der so genannten „Hypermarchés“, seit Anfang dieses Jahres um etwa neun Prozent eingebrochen. Weil die Kaufkraft sinkt, hat sich auch der Konsum abgeschwächt. „Es ist, als täten die Franzosen weniger Waschpulver in die Maschine und weniger Nutella aufs Brot“, meint Piquet.

Folglich erfreuen sich Aldi und Lidl wachsender Beliebtheit. Als Aldi Ende der achtziger Jahre den Sprung über den Rhein wagte, erschien es fast unvorstellbar, dass die deutschen Billiganbieter im Gourmetland par excellence Fuß fassen können. Doch inzwischen ist Aldi mit mehr als 700 Läden in Frankreich vertreten, Marktführer Lidl zählt rund 1 200 Geschäfte.

Die Großen der Branche lässt diese Entwicklung nicht kalt. Carrefour versucht mit rund 650 Filialen der eigenen Discount-Linie Ed sowie den jüngst von der deutschen Rewe-Gruppe erworbenen 100 französischen Penny-Läden, der ausländischen Konkurrenz Paroli zu bieten. Auch Frankreichs Nummer zwei, ITM Entreprise (Intermarché) ist mit gut 300 Netto-Geschäften im Billigsegment aktiv. Und fast 400 Leader-Price-Läden sammeln die Ausgaben preisbewusster Kunden für die Mutter Casino, Frankreichs Nummer fünf.

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