Logistik
Hapag-Lloyd prüft Staatshilfe

Die völlig veränderte Weltmarkt-Situation mit dem Niedergang der Container-Schifffahrt hat Hapag-Lloyd hart getroffen. Nun sondiert die Hamburger Reederei die Chancen auf Hilfe aus Berlin. Die Gesellschafter gehen davon aus, dem Unternehmen mit einer Kapitalspritze helfen zu müssen.

DÜSSELDORF/BERLIN. Die Gesellschafter der Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd richten sich darauf ein, dem Unternehmen mit einer Kapitalspritze zu helfen. Auf einer für morgen angesetzten Gesellschafterversammlung wollen die Eigner - zum einen das Hamburger Konsortium Albert Ballin, zum anderen Europas größter Reisekonzern Tui - auch darüber befinden, ob die Reederei um einen staatlichen Millionenkredit nachsuchen soll. Das verlautete gestern aus Gesellschafterkreisen. Die Reederei ist durch die Weltwirtschaftskrise in raue See geraten. Medienberichte, dass derartige Gelder bereits beantragt sind, hatte die weltweit fünftgrößte Reederei zunächst entschieden dementiert.

Das Dementi wurde zwar in Berliner Regierungskreisen bestätigt. Allerdings hieß es hinter vorgehaltener Hand, das Unternehmen habe sich rein informell beim Wirtschaftsministerium über entsprechende Möglichkeiten unterrichten lassen. Hapag-Lloyd wollte sich dazu nicht äußern.

Ein Unternehmenssprecher hatte lediglich die bereits früher gemachte Aussage wiederholt, man prüfe alle Möglichkeiten, dem Unternehmen das Überleben zu sichern "ergebnisoffen" und werde erst nach dieser Prüfung entscheiden. In die Rettungsbemühungen ist in der vergangenen Woche auch die Beratungsfirma Roland Berger eingeschaltet worden. "Die sind noch ganz am Anfang, bevor da nicht konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen, wird nicht viel passieren", erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Ballin-Konsortiums.

Die Idee einer staatlichen Unterstützung hatte der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne (Kühne & Nagel) vergangene Woche in einem Zeitungsinterview öffentlich ins Spiel gebracht. Kühne ist innerhalb des Konsortiums mit 15 Prozent Anteilseigener an Hapag-Lloyd, neben der Stadt Hamburg, der Bank MM Warburg, der HSH-Nordbank und den Versicherungen Signal-Iduna sowie Hanse-Merkur.

43 Prozent an Hapag-Lloyd hält nach wie vor der Reisekonzern Tui, der zuvor lange Jahre alleiniger Eigentümer der Reederei gewesen war.

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