Logistik
See- und Lufttransport bei Kühne+Nagel boomt

Der Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel sieht sich als Anbieter einer breiten Palette von Dienstleistungen für den harten Wettbewerb gerüstet. Vor allem im See- und Luftfrachtgeschäft nimmt sich der Logistikexperte Großes vor.

HB ZÜRICH. „Die Nachfrage nach komplexen Dienstleistungen von Anfang bis Ende der Transportkette ist ungebrochen. Wir sind überzeugt, dass unser Konzept der integrierten Lösungen das richtige ist - nur so kann man dem Margendruck standhalten“, sagte Konzernchef Klaus Herms am Montag in Zürich bei Vorlage des Zahlenwerks für 2006. Seiner Einschätzung nach bleiben die boomenden Exporte aus Fernost ein Wachstumstreiber für die Branche, die Produktionsverlagerungen aus Nordamerika nach Asien sollen weiter zunehmen.

Das ähnlich wie die deutsche DHL aufgestellte Unternehmen bietet Transport auf dem Luft-, See- und Landweg sowie mit der Sparte Kontraktlogistik auch Qualitätskontrolle, Lagerung und Feinverteilung von Waren an. Insgesamt setzte die Gruppe im vergangenen Jahr 18,19 Mrd. Franken (rund 11,2 Mrd. Euro) um - ein Plus von fast 30 Prozent. Die rund um den Globus pulsierenden Warenströmen brachten dem Konzern zudem den Rekordgewinn von 458 (Vorjahr 315) Mill. Franken ein. Auch die Anteilseigner sollen an dem Erfolg teilhaben und eine Dividende von 1,50 (1,10) Franken ja Aktie erhalten.

Vor allem das See- und Luftfrachtgeschäft boomt: Auch 2007 will Kühne + Nagel (K+N) darin doppelt so schnell wie der Markt wachsen und die Margen dabei stabil halten. Letzters wird zumindest im Luftverkehr angesichts unter Druck geratener Frachtraten wegen Überkapazitäten nicht einfach. „Es wird dieses Jahr eine starke Herausforderung, die in 2006 erreichte Ebita-Marge von 4,9 Prozent zu halten“, räumte Herms ein. Er sei aber angesichts der starken globalen Präsenz von Kühne + Nagel dennoch zuversichtlich. Hauptwachstumstreiber sollen in 2007 die Länder Brasilien, Russland, Indien und China sein.

Nachholbedarf gibt es für K+N vor allem bei den Landtransporten, bei denen das Unternehmen noch keinen guten Stand hat. „Wir haben einige Jahre harter Arbeit vor uns“, betonte Verwaltungsratspräsident Klaus-Michael Kühne. Bis 2009 soll der Umsatz auf fünf Mrd. sfr verdoppelt werden. Das kann nicht ohne Zukäufe geschafft werden, deshalb sei man vor allem im Süden und Westen Europas auf der Suche nach geeigneten Kandidaten. Früheren Angaben zufolge konzentriert sich K+N dabei auf Italien, Frankreich und Spanien.

In der Kontraktlogistik ist K+N nach abgeschlossener Übernahme der ACR-Gruppe mit einem Umsatz von 3,9 Mrd. Franken drittgrösster Anbieter weltweit und sieht vor allem in Neuseeland und Australien grossen Chancen. „Der Outsourcing-Trend hält an“, betonte Herms. Die Übernahme müsse aber auch erstmal verdaut werden. 2006 habe der Abschluss umfangreicher Neugeschäfte zu hohen Kostenbelastungen und einem Rückgang der durchschnittlichen Gewinnmarge im Vergleich zum Vorjahr geführt. 2007 solle bei stabilen Margen das geschätzte Marktwachstum von fünf Prozent übertroffen werden.

Die Aktien von K+N verloren rund ein Prozent auf 93,80 Franken, wobei Analysten eigentlich kein richtiges Haar in der Suppe finden konnten. Das Jahr 2006 liege im Rahmen der Erwartungen und der Ausblick sei sehr optimistisch, schrieb etwa die Bank Sarasin.

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