Logistik
Wettbewerber wachsen schneller als die Bahn

Der Schienengüterverkehr boomt: Wettbewerber der Deutschen Bahn profitieren davon noch stärker als der ehemalige Staatsmonopolist. Auch beim Personenverkehr konnten die Wettbewerber wachsen, während die Deutsche Bahn stagnierte. Der Vorstand fordert nun mehr Investitionen ins Schienennetz.

BERLIN. Von der ungebrochenen Wachstumsdynamik im Schienengüterverkehr profitieren nach wie vor allem die Wettbewerber der Deutschen Bahn (DB). Während sie ihre Verkehrleistung im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2006 mit 28,7 Prozent noch stärker als im Vorjahr (27,9 Prozent) steigern konnten, brachte der ehemalige Staatsmonopolist nur 2,9 Prozent mehr Tonnenkilometer auf die Schiene. Dies geht aus dem Wettbewerbsbericht der DB vor, den der Bahn-Vorstand für Wirtschaft und Politik, Otto Wiesheu, gestern vorlegte. Auch beim Personenverkehr konnten die privaten Bahnbetriebe 8,2 Prozent zulegen, die Deutsche Bahn stagnierte hier.

Insgesamt wuchs der Schienengüterverkehr 7,1 Prozent und konnte damit seinen Marktanteil von 17,3 Prozent am gesamten Güterverkehr, der sieben Prozent zulegte, lediglich behaupten. Seit 2003 hat sich der Marktanteil der privaten Konkurrenz im Gütersegment damit von 6,9 auf 19,7 Prozent mehr als verdreifacht.

Allerdings ist nach Wiesheus Ansicht ein Ende der „schnellen Gewinne“ bei den Wettbewerbern in Sicht. Bisher hätten sie sich vor allem im „bequemeren Bett“ des Container-Verkehrs und großer Industrieaufträge „breit gemacht“. Um weiter stark zu wachsen, müssten sie sich künftig auch an den schwierigeren Einzelwagenverkehr heranwagen, der immerhin 40 Prozent des gesamten Güterverkehrs ausmache. Zudem würden es sich es einige Wettbewerber wie die französische SNCF auch nicht mehr lange leisten können, Marktanteile über eine aggressive Preispolitik einzukaufen. Rückenwind erhofft sich die DB zudem von einer weiteren internationalen Vernetzung des Güterverkehrs nach der endgültigen Marktliberalisierung in der EU im vergangenen Jahr.

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