Lufthansa bekräftigt Interesse
Regierung beschließt AUA-Privatisierung

Die in Turbulenzen geratene österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) kann demnächst bis zu 100 Prozent privatisiert werden. Allerdings muss dabei eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie in österreichischem Besitz bleiben. Die Lufthansa hat ihr Interesse AUA umgehend bekräftigt.

HB FRANKFURT. Die Lufthansa werde sich mit dem Thema befassen, wenn es akut sei, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Dienstag. Finanzvorstand Stephan Gemkow hatte vergangene Woche gesagt, zunächst müsse es einen Privatisierungsauftrag geben und Klarheit über die politischen Prozesse in Österreich herrschen.

Jetzt haben sich die Spitzen der österreichischen Koalitionsregierung und die Führung der für die AUA zuständige Staatsholding ÖIAG am Dienstag in Wien auf einen Kompromiss geeinigt. Ein offizieller Privatisierungsauftrag an die Staatsholding könnte möglicherweise bereits bei der nächsten Kabinettssitzung am 12. August erteilt werden, berichtete die Nachrichtenagentur APA.

Die Regierung hat sich nach Angaben von Finanzminister Wilhelm Molterer auf eine vollständige Privatisierung der noch zu rund 43 Prozent in Staatsbesitz stehenden Airline geeinigt. Bedingung dafür ist, dass ein österreichischer Kernaktionär ein Viertel der Anteile hält. Die AUA ist auf der Suche nach einem Partner, um ihr Überleben zu sichern.

Die österreichische Fluggesellschaft hatte im ersten Halbjahr 2008 wegen der hohen Treibstoffpreise einen Verlust von über 40 Millionen Euro eingeflogen. Experten halten ein Überleben der Gesellschaft als eigenständiges Unternehmen längerfristig für unmöglich. Die AUA hat zurzeit rund 8 000 Beschäftigte. Insgesamt hängen vom Unternehmen nach offiziellen Schätzungen etwa 65 000 Arbeitsplätze in Österreich ab. Die Flotte der Gesellschaft umfasst 99 Flugzeuge.

Zurzeit besitzt der Staat über die ÖIAG noch 42,75 Prozent an der Gesellschaft. ÖIAG-Chef Peter Michaelis sagte nach dem Gespräch, er wollte sich noch nicht auf einen wahrscheinlichen internationalen Partner für die angeschlagene AUA-Gruppe festlegen. "Sollte es zu einem Privatisierungsauftrag kommen, müssen wir alles tun, dass alle Varianten ausgelotet werden". Auch über den voraussichtlichen Zeitrahmen müsse die Regierung entscheiden.

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