Lufthansa im Tarifstreit
Schlichtungsversuch mit Flugbegleitern gestartet

4700 Flüge fielen während des größten Streiks der Lufthansa-Geschichte im November aus. Nun wollen Flugbegleiter und Konzern ihren Tarifstreit schlichten lassen. Doch die Frage um Betriebsrenten bleibt außen vor.

FrankfurtIm festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern läuft der nächste Schlichtungsversuch. Unter Leitung des SPD-Politikers Matthias Platzeck kamen am Dienstag Vertreter des Unternehmens und der Gewerkschaft Ufo zu mehrtägigen Gesprächen zusammen, wie beide Seiten auf Nachfrage bestätigten. Der Ort der Zusammenkunft wurde ebenso geheim gehalten wie Einzelheiten der Tagesordnung.

Nach dpa-Informationen wird es zunächst um die genauen Spielregeln gehen, also um die Erarbeitung der sogenannten Schlichtungsvereinbarung. Hier wird unter anderem eine Friedenspflicht festgehalten und ein Verfahren, wie die Schlichtung auch einseitig beendet werden könnte. Platzeck hat gemeinsam mit dem Linken-Politiker Bodo Ramelow bereits bei der Deutschen Bahn einen Tarifkonflikt erfolgreich entschärft.

Die umstrittenen Betriebs- und Frührenten für rund 19.000 Lufthansa-Flugbegleiter sind offiziell von dem Verfahren ausgenommen, weil in dieser Frage bereit im Sommer 2015 eine Schlichtung gescheitert war. Eine Einigung in diesem zentralen Punkt soll daher in parallelen Verhandlungen erreicht werden. Eckpunkte müssten bereits zum Auftakt der Schlichtung feststehen, hatte die Gewerkschaft im Vorfeld deutlich gemacht. In der Schlichtung soll es dann vor allem um Fragen der Arbeitsorganisation gehen.

Der Tarifkonflikt war im November 2015 eskaliert, als Ufo den bislang härtesten und längsten Streik in der Geschichte der Lufthansa organisierte. Wegen des Ausstands über sieben Tage waren 4700 Flüge ausgefallen, auf denen rund 550.000 Passagiere gebucht waren. Zuvor hatten die Piloten der Lufthansa in bislang 13 Runden seit April 2014 die Arbeit niedergelegt. Ihre Gewerkschaft Vereinigung Cockpit verhandelt derzeit wieder mit der Lufthansa.

Die Kostenprobleme der Lufthansa
Ausgaben ausgewählter Fluggesellschaften im Geschäftsjahr 2014

in Mio. Euro


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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