Lufthansa mit Rekordgewinn und Sorgen
Dunkle Wolken am Luftfahrthimmel

Trotz Terror und Pilotenstreiks: Carsten Spohr hat die Lufthansa im vergangenen Jahr zu einem Rekordgewinn geführt. Doch die Branche steht erneut vor schwierigen Zeiten. Zwei Themen bereiten den Airlines große Sorgen.
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Frankfurt/MünchenSo richtig wird Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Durchbruch bei den Tarifgesprächen mit seinen Piloten wohl nicht genießen können. Denn das laufende Jahr dürfte eines der eher schwierigeren werden. Darauf deutet die Prognose hin, die die nach Umsatz größte europäische Fluggesellschaft am Donnerstagmorgen vorlegte. Danach soll das Betriebsergebnis 2017 leicht unter dem Wert von 2016 liegen, also weniger als 1,75 Milliarden Euro betragen.

Lufthansa ist die dritte der europäischen Airlines, die Zahlen vorlegt und einen Ausblick gibt. Zuvor hatten sich schon Air France-KLM und IAG (British Airways und Iberia) eher vorsichtig zum laufenden Jahr geäußert. So wagt Frederic Gagey, Finanzchef von Air France-KLM, derzeit überhaupt keine konkreten Angaben zum Gewinn. Dafür sei es einfach noch zu früh, erklärte er vor einigen Tagen. Immerhin sei der Jahresauftakt nicht so schlecht gewesen. Und auch IAG-Chef Willie Walsh zeigte sich jüngst bei der Vorlage der Bilanz 2016 hinsichtlich der Prognose recht zugeknöpft. Er stellte aber immerhin ein kleines Plus beim operativen Ergebnis in Aussicht.

Die Zurückhaltung der Airline-Chefs hat gute Gründe. Die liegen dieses Mal weniger in den externen Faktoren wie geopolitischen Krisen, Terrorismus und Epidemien, die die Luftfahrt traditionell stark beeinflussen. Aber 2017 spielen andere Gründe eine stärkere Rolle, die vor allem in der Branche selbst zu suchen sind: der immer härtere Wettkampf untereinander.

Alle drei Airlines gehen von weiter sinkenden Ticketpreisen aus. Ein Grund: Nach dem beschlossenen Austritt der Briten aus der EU weiß die Branche nach wie vor nicht genau, wie die Verkehrsrechte zwischen Großbritannien und der EU geregelt werden. Also sucht man beizeiten nach Alternativen im restlichen Europa. Die Folge: Es drängen immer mehr Kapazitäten in wichtige Märkte wie Deutschland oder Frankreich. So baut der irische Billig-Anbieter Ryanair sein Angebot in Deutschland massiv aus. Das wiederum drückt die Preise.

Die Fluggesellschaften senken zwar ihre Kosten massiv, aber Lufthansa-Chef Spohr geht davon aus, dass diese Maßnahmen nicht reichen werden, um den Preisverfall zu kompensieren. Zumal gleichzeitig auch die Kerosinpreise wieder steigen. Dennoch blickt der oberste Lufthanseat nicht mutlos in die Zukunft. „Wir fokussieren weiterhin auf Kostendisziplin, um Spielräume für profitables Wachstum zu gewinnen.“

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