Lufthansa und DHL
Neue Frachtlinie ist startklar

Alles richtig gemacht: Lufthansa Cargo und DHL, die Logistiksparten der Lufthansa und der Deutschen Post, dürfen ohne Auflagen zusammenarbeiten. Das daraus entstehende Frachtunternehmen geht bereits als Nummer drei der Welt an der Start. Das gemeinsame Ziel liegt dabei in weiter Ferne – allerdings nur geografisch.

DÜSSELDORF. Das Bundeskartellamt hat das geplante Gemeinschaftsunternehmen für interkontinentale Frachttransporte zwischen Lufthansa Cargo, der Logistiktochter der Deutschen Lufthansa, und DHL, der Express- und Logistiktochter der Deutschen Post, ohne Auflagen freigegeben. Die entsprechende fusionsrechtliche Prüfung sei abgeschlossen, bestätigte eine Sprecherin des Kartellamts dem Handelsblatt. Die Unternehmen hätten die Gründung einer gemeinsamen Fluggesellschaft für Frachtflüge mit insgesamt elf Maschinen nach Asien beantragt. An der neuen Gesellschaft, die 2009 an den Start gehen soll, beteiligten sich beide Partner mit jeweils 50 Prozent.

Das Zusammenrücken von Deutsche Lufthansa und Post in der Luftfracht gilt in der Branche als gewaltiges Geschäft. Mit geplanten elf eigenen Maschinen zählt die neue Gesellschaft auf Anhieb zu den größten interkontinentalen Frachtfluggesellschaften der Welt. Nach den Nummern eins und zwei, Air France-KLM und Korean Air aus Seoul, ist Lufthansa Cargo mit 19 Langstreckenfrachtern des Typs MD11 sowie den Frachträumen der Lufthansa Passage bis dato die Nummer drei. Und auch strategisch ist die Verbindung bedeutsam. DHL ist dadurch schlagkräftiger und flexibler als die US-Expressdienste UPS und Fedex oder die niederländische TNT. Und Lufthansa Cargo bindet in einem umkämpften Frachtgeschäft einen der wichtigsten Kunden an sich.

Die Konzernchefs Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa) und Klaus Zumwinkel (Post) wollen am Donnerstag in Frankfurt über Details der Zusammenarbeit informieren. Daher lehnten beide Konzerne bisher jeden Kommentar zu Details ab. Beide bekräftigten bisher lediglich, ihre seit Jahren bestehende Kooperation auf interkontinentalen Strecken ausweiten zu wollen. Die Kooperation wurde bisher unter dem Dach der Aerologic koordiniert. Der Vertrag läuft jedoch 2009 aus. Auch jenseits des interkontinentalen Frachtgeschäfts arbeiten Lufthansa und Post zusammen, wie zum Beispiel in dem seit 2005 bestehenden Joint Venture Lifeconex für den Versand von Pharmaprodukten.

Die Frachtflugtochter, deren Gründung unter dem Arbeitstitel „Newco“ (für New Company) vorbereitet wurde, soll unabhängig von den Flotten der Mutterkonzerne arbeiten. Beide Konzerne versprechen sich Kostenvorteile. Lufthansa Cargo hatte sich in der Ausschreibung des Projekts gegen die Konkurrenten Cargolux (Luxembourg) und Emirates (Dubai) durchgesetzt. Ob dabei eine Rolle gespielt hat, dass Zumwinkel im Aufsichtsrat der Lufthansa sitzt und Ex-Lufthansa-Chef Jürgen Weber Aufsichtsratschef der Deutschen Post ist, bleibt offen.

Betrieben werden soll eine interkontinentale Frachtflotte, mit der sowohl zeitkritische Kuriersendungen als auch klassische Luftfracht vorrangig von und nach Asien transportiert werden soll. Neben den sieben bisher schon durch die Aerologic gebundenen Flugzeugen des Typs MD11 der Lufthansa Cargo soll die Flotte nach Informationen des Handelsblatts mittelfristig mit vier neuen Boeing Frachtfliegern des Typs B777 ausgebaut werden. Als Chef der neuen Gesellschaft soll am Donnerstag der bisherige Aerologic-Manager Thomas Papke vorgestellt werden.

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