Marketing
Die zweite Rückkehr der Rabattmarken

Rabattmarken auszuschneiden und einzulösen ist in den USA ein Volkssport. In Deutschland dagegen tut sich der Coupon immer noch schwer. Doch das könnte sich bald ändern.

FRANKFURT. Dem Ausschneiden von Coupons wurde nach dem Fall des Rabattgesetzes Mitte 2001 eine große Zukunft vorhergesagt, doch die Ernüchterung folgte alsbald. Verlage wie Axel Springer stellten ihre Rabattzeitungen wie Cent plus nach wenigen Monaten wieder ein: zu hohe Streuverluste, zu geringe Einlösequoten, zu viel Aufwand für den Handel, zu teuer für die Industrie.

Doch langsam wächst das Interesse an Coupons als Marketinginstrument wieder. Das liegt unter anderem an der Einführung einer neuen Variante, dem so genannten Check-out-Couponing, das die US-Firma Catalina Marketing seit 2003 in Deutschland anbietet. Dieses kassenbezogene Couponing ist mittlerweile in 600 Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern in Deutschland installiert. Mehr als 3 800 Drucker drucken täglich viele hundert Coupons aus, die nach der automatischen Analyse des Kassenbons einen Preisnachlass auf bestimmte Produkte im jeweiligen Supermarkt gewähren.

Wer beispielsweise drei Gläschen Babynahrung kauft, bekommt einen 60-Cent-Rabatt-Coupon, den er einlösen kann, wenn er das nächste Mal vier Gläschen kauft. Wer Katzenfutter der Marke A im Korb hat, bekommt auch schon mal einen Coupon mit einem Preisnachlass für Marke B. Und wer zu Olivenöl und Mozzarella greift, erhält einen Rabatt, wenn er das nächste Mal Fertigpesto kauft.

Beim Check-out-Couponing geht es für die Konsumgüterhersteller meistens darum, neue Käufer zu erreichen, den Verbraucher zum Wechsel zu animieren oder einfach den Kauf zu intensivieren. Kai Dornbusch, für dieses Thema zuständiger Marketingmanager bei Unilever in Deutschland, nutzt das Check-out-Couponing zudem als Unterstützung bei der Einführung neuer Produkte und spricht von bisher sehr guten Erfahrungen mit diesem Instrument. „Das Check-out-Couponing steckt noch in den Kinderschuhen. Es scheint allerdings eine große Zukunft zu haben, da diese klassische Win-win-Situation für Handel und Industrie viel versprechend ist“, meint Dornbusch.

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