Marktforschung
GfK-Fusion steht auf der Kippe

Mit einem Schlag wollten die Nürnberger GfK und die englische TNS zum zweitgrößten Marktforscher der Welt werden. Doch jetzt steht die Fusion auf der Kippe. Denn die deutschen Eigentümer stellen sich quer.

MÜNCHEN. Die für diesen Herbst geplante Fusion des Nürnberger Marktforschers GfK mit seinem englischen Wettbewerber TNS ist ernsthaft in Gefahr. Einflussreiche Mitglieder des Mehrheitseigentümers der GfK, des GfK-Vereins, stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Sie sehen noch erheblichen Diskussionsbedarf. Der GfK-Verein hat deshalb die Abstimmung über den Zusammenschluss um drei Wochen vertagt.

Auch der Freistaat Bayern werde "nach jetzigem Stand gegen die Fusion stimmen", sagte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums dem Handelsblatt. Zuvor hatte bereits der Stadtrat von Nürnberg aus Sorge um die Arbeitsplätze den Zusammenschluss abgelehnt. Auch Nürnberg ist Mitglied im GfK-Verein.

Anfang Juni haben die GfK und die britische TNS eine Fusion unter Gleichen vereinbart, die sie zum zweitgrößten Marktforscher der Welt machen würde. Gemeinsam kämen sie auf 2,7 Mrd. Euro Umsatz. Allerdings hat auch der englische Werbekonzern WPP Kaufinteresse an TNS bekundet. Entsprechende Angebote hat TNS aber bislang abgelehnt. In Finanzkreisen kursierten am Wochenende Spekulationen, wonach WPP kurz davor stehe, seine Offerte deutlich aufzustocken. Sollte dies geschehen, könnte der Deal mit der GfK für die TNS-Aktionäre unattraktiv werden.

Offenbar stehen der Freistaat und die Stadt Nürnberg nicht allein da. Deshalb zog die Spitze des GfK-Vereins die Notbremse und verschob die Abstimmung über den Zusammenschluss vom 4. Juli auf den 24. Juli. "Durch die Verlegung des Termins haben die Mitglieder mehr Zeit, den geplanten Zusammenschluss umfassend zu diskutieren und auf dieser Basis darüber abzustimmen", heißt es in einem von Vereins-Geschäftsführer Raimund Wildner unterzeichneten Brief.

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