Marktführer Payback hat nach eigenen Angaben 26,5 Millionen Karten im Umlauf
Kundenkarten-Markt noch nicht gesättigt

Verbraucher wollen einer Studie zufolge die Bonussysteme des Handels noch stärker nutzen. Das System Payback liegt weiter vor Happy Digits.

DÜSSELDORF. Kundenkarten stehen bei Deutschlands Verbrauchern hoch im Kurs. 90 Prozent von ihnen besitzen mindestens eine der bunten Plastikkarten, mit denen der Einzelhandel seine Kunden an sich binden will. Das ergab eine vom Handelsblatt in Auftrag gegebene Online-Befragung des Aachener Marktforschungsunternehmens Dialego. Danach ist Payback mit 66 Prozent die am weitesten verbreitete Kundenkarte, gefolgt von Happy Digits (49 Prozent), Ikea (19 Prozent) und der Rewe-Haushaltkarte (17 Prozent).

Marktführer Payback hat nach eigenen Angaben 26,5 Millionen Karten im Umlauf. Nutzer erhalten hiermit bei Kaufhof, Real, Obi sowie weiteren Geschäften Preisnachlässe. Auf rund 22 Millionen Kunden kommt die Happy-Digits-Karte. Mit ihr erhalten Kunden Rabattpunkte unter anderem bei Karstadt, Deutsche Telekom und in den Kaiser’s-Supermärkten.

Laut Dialego schätzen Nutzer an ihren Karten mit 93 Prozent vor allem die Rabatte. Aber auch Sachprämien (73 Prozent) und bevorzugter Service (44 Prozent) sind wichtig. Die Rabatte fallen allerdings nicht mehr so hoch aus wie noch bei Einführung der Karten. Im Jahr 2000 waren es bei der Karstadt-Kundenkarte, dem Vorläufer der heutigen Happy Digits, noch drei Prozent. Heute sind es ein Prozent oder weniger. Ähnlich sieht es bei Payback aus, dem Vorgänger der Kaufhof-Karte.

Payback, Happy Digits und Co. vergüten die Einkäufe heute zudem mit Coupons. Dabei erhalten die Kunden entsprechend ihrem Kaufprofil Gutscheine, die bis zu 30 Prozent Rabatt bedeuten.

Christoph Schlienkamp, Handelsexperte beim Bankhaus Lampe, bewertet die Kartensysteme als gute Marketinginstrumente der beteiligten Konzerne. Entscheidend für die Karten sei dabei, wie viele Sparten sie umfassen. „Die Einzelhandelslandschaft ist bei Payback und Happy Digits gut abgedeckt“, sagt Schlienkamp, das sei das Erfolgsrezept der beiden Marktführer. Allerdings sei auch dieses noch ausdehnbar. Die Zufriedenheit mit den Karten ist hoch, wie die Dialego-Studie belegt. Lediglich 12 Prozent der Befragten wurden schon einmal von Payback und Happy Digits enttäuscht. Weniger günstig sieht das Verhältnis von Nutzern und Enttäuschten bei der Rewe-Haushaltskarte aus: Statistisch kommt auf sechs Kartennutzer bei Payback ein unzufriedener Kunde, bei der Rewe-Haushaltskarte sind es dagegen zwei.

Seite 1:

Kundenkarten-Markt noch nicht gesättigt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%