Maschinen für Mittelstreckenflüge ungeeignet
Condor-Flotte soll erneut verkleinert werden

Nach konzerninternen Angaben verkleinert der wirtschaftlich angeschlagene Touristikkonzern Thomas Cook seine Flugzeugflotte in Deutschland erneut.

HB FRANKFURT/KÖLN. Cook verhandele über den Verkauf von sechs Maschinen vom Typ Boeing 757-300 nach China, wurde am Mittwoch aus den Kreisen berichtet. Der Vorstand von Cook habe die Pläne am Vortag auch dem Aufsichtsrat des 50-Prozent-Gesellschafters Lufthansa präsentiert. Ziel sei es, die Kosten der verlustreichen Flugtochter Condor zu senken und Überkapazitäten abzubauen.

Mit den sechs Maschinen, die den Kreisen zufolge noch in diesem Jahr aus dem Condor-Flugplan genommen werden sollen, dürften bis zu rund 100 Arbeitsplätze wegfallen. Cook hatte wegen der hohen Verluste bei Condor im vorigen Jahr von rund 100 Millionen Euro im Januar sämtliche zwölf Boeing-757-200-Maschinen nach Russland verkauft. Künftig dürfte die Condor-Flotte damit nur noch 29 Maschinen nach einst 47 Maschinen umfassen. Derzeit fliegt Condor noch mit 43 Flugzeugen, weil acht der vom russischen Investor übernommenen Maschinen noch bis Oktober bei Cook in Diensten stehen.

Der jetzt geplante Verkauf der 757-300-Flugzeuge wird konzernintern auch damit begründet, dass dieser Maschinentyp für den Mittelstreckenflug zu Urlaubsgebieten am Mittelmeer zu groß und zu unflexibel sei. Bei Bedarf könne man günstiger Kapazitäten von anderen Fluggesellschaften kurzfristig zukaufen. Cook wollte die Informationen aus den Kreisen nicht kommentieren.

Der seit Januar amtierende neue Cook-Chef Wolfgang Beeser und der neue Flugvorstand des Touristikkonzerns, Ralf Teckentrup, hätten am Dienstag vor Mitgliedern im Aufsichtsrat ihr Konzept zur Sanierung des Unternehmens erläutert, hieß es in den Kreisen weiter.

Lufthansa und Mit-Gesellschafter Karstadt-Quelle hatten im vorigen Herbst angesichts der wachsenden Verluste des zweitgrößten europäischen Touristikkonzerns die Reißleine gezogen und das Führungspersonal ausgetauscht. Als Schlüssel zur Rettung des Cook-Konzerns gilt die Neuausrichtung von Condor, wo binnen zwei Jahren insgesamt 240 Millionen Euro eingespart werden sollen.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber betonte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Köln, weiterhin an der Beteiligung an Cook festzuhalten. Es sei auch keine Entflechtung der einst aus dem Veranstalter Neckermann und der Fluggesellschaft Condor gebildeten Konzerns geplant. Hauptproblem seien die zu hohen Kosten.

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