McDonald's
Den ganzen Tag frühstücken

Frühstück funktioniert. Die Amerikaner stürmen die McDonald's-Filialen, weil sie nun den ganzen Tag Egg oder Sausage McMuffins essen können. Die Fast-Food-Kette legt gute Zahlen vor – auch für Deutschland gibt es Pläne.

New YorkFrühstücken den ganzen Tag – das lockt die Amerikaner. Seit wenigen Monaten kann man in den USA bei McDonald's zu jeder Zeit einen Kaffee mit Egg McMuffins oder andere Angebote von der Frühstückskarte bestellen. Das ließ der Fast-Food-Kette zufolge die Besucherzahlen nach oben schnellen – im vierten Quartal 2015 um 5,7 Prozent je US-Filiale, die im Schnitt ein Jahr besteht.

Analysten hatten mit einem Plus von 2,7 Prozent gerechnet. Auch der Umsatz mit 6,34 Milliarden Dollar überbot die Expertenerwartung von 6,23 Milliarden Dollar. „McDonald's hat seinen magischen Touch wieder gefunden“, schrieb Mark Kalinowski, Analyst von Nomura.

Die Aktie stieg im schwachen Börsenumfeld um fast zwei Prozent. Was die Anleger vor allem erfreute: McDonald's senkte im Vergleich zum Vorjahr die Kosten um 7,5 Prozent. Der Nettogewinn stieg um zehn Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Die Kapitalinvestitionen sollen im laufenden Jahr nicht weiter steigen und bei zwei Milliarden Dollar liegen.

Die positiven Zahlen sind vor allem eine Stütze für Steve Easterbrook. Der übernahm im vergangenen März die Geschäfte des Fast-Food-Riesen, der in große Probleme geraten war. Die Besucherzahlen gingen im wichtigen US-Geschäft seit 2012 fast stetig zurück. Franchise-Nehmer beschwerten sich über eine überfrachtete Speisekarte, Kunden über zu lange Wartezeiten. Neue Anbieter wie „Shake Shack“ oder „Five Guys“ wuchsen stark. Vor einem Jahr musste dann auch Vorstandschef Jim Skinner seinen Hut nehmen – nach 41 Jahren im Konzern.

Mit Easterbrook führt zum ersten Mal ein Ausländer den Konzern. Der Engländer will aus McDonald's eine „moderne Burger-Kette“ machen. Er führte zuvor undenkbare Reformen wie die Verwendung von Hühnerfleisch ohne Antibiotika ein.

Seine beste Idee bislang: Frühstück den ganzen Tag anzubieten. Es bleibt abzuwarten, ob hinter dem Besucheransturm Neugier oder echte Begeisterung steckt. „Die wahre Frage ist, ob das ein nachhaltiger Einfluss sein wird oder die Leute es nur einmal ausprobieren“, sagte Jennifer Bartashus, Analystin von Bloomberg. Die Zahlen seien auf den „Einfluss unseres Turnarounds“ zurückzuführen, sagte Easterbrook.

Der 48-Jährige hat auch das Glück des Wagemutigen. Das bislang in den USA recht milde Winterwetter lockte mehr Kunden. Mit Schneesturm Jonas an der Ostküste Amerikas ist der Vorteil für das laufende Quartal zuende.

Auch auf dem deutschen Markt ist McDonald's wieder besser ins Geschäft kommen. Bereits im vergangenen Jahr habe man auf bestehender Fläche wieder ein Umsatzwachstum geschafft, die eigenen Planungen seien damit übertroffen worden, sagte McDonald's-Deutschland-Chef Holger Beeck am Montag. Der angekündigte Wandel greife.

Rund 450 bis 500 Millionen Euro gibt das Unternehmen mit seinen Franchise-Nehmern bis Ende 2019 aus, um Neuheiten wie bargeldloses Bezahlen oder Tischservice einzuführen. Ein Testlauf mit Bedienungen war in 25 Filialen laut Beeck erfolgreich, weitere 200 Restaurants sollen in diesem Jahr folgen. Insgesamt gibt es in Deutschland knapp 1500 McDonald's-Filialen.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York
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