Medienbericht
Bahn soll im Herbst an die Börse

Bahnchef Hartmut Mehdorn will einen Teil des bundeseigenen Konzerns nach einem Zeitungsbericht in diesem Oktober an die Börse bringen. Einen entsprechend Plan hätten Mehdorn und Bahn-Finanzvorstand Diethelm Sack am Freitag dem Aufsichtsrats-Präsidium des Transport- und Logistikkonzerns vorgelegt

HB HAMBURG. „Die beiden machen Druck auf die Entscheidungsträger“, hieß es der „Financial Times Deutschland“ zufolge aus dem Kontrollgremium. Ein Konzernsprecher bestätigte am Sonntagabend, dass es am Freitag ein Treffen Mehdorns mit dem Aufsichtsrat gegeben habe. Zu inhaltlichen Fragen wollte er aber keinen Kommentar geben.

Die mögliche Teilprivatisierung der Bahn werde derzeit unter Hochdruck vorbereitet, schreibt die Zeitung. Bereits in Arbeit sei beispielsweise die Einrichtung eines Datenraumes, in dem sich potenzielle Investoren detailliert über das Unternehmen informieren könnten.

Mehdorn dringe aus zwei Gründen auf einen Börsengang spätestens in diesem Herbst. Zum einen benötige der mit rund 19 Milliarden Euro verschuldete Konzern dringend frisches Kapital, um etwa eine weitere Auslandsexpansionen zu finanzieren.

Andererseits gilt die Privatisierung des bundeseigenen Unternehmens weiterhin als Politikum. Einen Teilverkauf in zeitlicher Nähe zur nächsten Bundestagswahl im Herbst 2009 schließen daher sowohl die Bundesregierung als auch die Bahn-Spitze und der Aufsichtsrat aus.

Bei der Sitzung am Freitag anwesend waren dem Bericht zufolge Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller, Verkehrs-Staatssekretär Matthias von Randow sowie Transnet-Chef Norbert Hansen und der Konzernbetriebsratschef Günter Kirchheim. Vorstand und Aufsichtsrat seien sich einig, Bahnanteile nach dem Holding-Modell zu verkaufen.

Lediglich die Personenverkehrs- und die Logistiksparte sollten demnach gebündelt als Transportkonzern an die Börse gebracht werden – und zwar bis zu 49 Prozent der Unternehmensanteile. Die Mutterholding, die Infrastruktur, das Schienennetz und die Bahnhöfe sollten vollständig in Bundesbesitz verbleiben.

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