Mehr Gewinn als erwartet
Henkel hebt Renditeziel

Die schwächelnde Wirtschaft in Europa kann Henkel nichts anhaben: Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller wächst stärker als erwartet und hebt die Ziele fürs laufende Jahr an. Die Anleger sind begeistert.
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DüsseldorfHenkel hält dank des Wachstums in den Schwellenländern Kurs auf neue Bestmarken: Konzernchef Kasper Rorsted hob am Dienstag sein Renditeziel für 2013 an. Durch die große Nachfrage in den Boom-Regionen nach Persil, Pritt & Co trotzt der Düsseldorfer Konzern der Konsumschwäche in West- und Südeuropa. Rorsted stellte für 2013 nun eine bereinigte Ebit-Marge von 15 statt 14,5 Prozent in Aussicht. Kontinuierliche Kostensenkungen wie auch niedrige Rohstoffpreise zahlten sich aus.

Rorsted hatte nach seiner Amtsübernahme im Jahr 2008 versprochen, die Rendite von damals zehn Prozent bis 2012 auf 14 Prozent zu hieven. Er löste es pflichtgemäß ein.

„In einem zunehmend schwierigen Marktumfeld hat Henkel seine starke Entwicklung im dritten Quartal fortgesetzt und es ist uns gelungen, das Wachstum im Jahresverlauf von Quartal zu Quartal zu verbessern“, erklärte Rorsted. „Die bereinigte Umsatzrendite erreichte erstmals über 16 Prozent.“ Alle Unternehmensbereiche – Waschmittel, Kosmetik und Klebstoffe – hätten zum Wachstum beigetragen. Für besondere Impulse sorgten Osteuropa, Afrika/Nahost, Lateinamerika und Asien mit Ausnahme von Japan.

Auch Konkurrent und Nivea-Hersteller Beiersdorf konnte die Wirtschaftsflaute in großen teilen Europas bislang wenig anhaben – er setzt unter seinem neuen Chef Stefan Heidenreich wie Henkel auf die aufstrebenden Volkswirtschaften Südamerikas und Asiens. Der Hamburger Konzern hatte zuletzt nach florierenden Geschäften im Sommerquartal sein Renditeziel angehoben, musste allerdings wie Henkel Einbußen beim Umsatz durch den starken Euro verkraften - die Kehrseite der Geschäfte außerhalb des Euroraums.

Beim Umsatz bekräftigte Rorsted sein Ziel eines Anstiegs um drei bis fünf Prozent. Er betonte aber, die Währungsbelastungen hielten sicher in den kommenden Monaten an. Der starke Euro führte dazu, dass der Umsatz um 2,6 Prozent auf 4,184 Milliarden Euro zurückging und damit unter den Markterwartungen lag. Dagegen schnitt Henkel beim Gewinn besser ab als von Experten vorhergesagt. Das bereinigte Ebit stieg um 6,5 Prozent auf 672 Millionen Euro und lag damit 13 Millionen Euro über den Analystenschätzungen. Der Überschuss kletterte um knapp 17 Prozent auf 469 Millionen Euro.

Rorsted bekräftigte, er wolle Henkel auch durch Zukäufe auf die für 2016 avisierte Umsatzgröße von 20 Milliarden Euro ausbauen. Dafür sind die Kassen gut gefüllt. Binnen eines Jahres machte der Däne aus 600 Millionen Euro Nettoschulden ein Plus von 485 Millionen Euro. „Unser Finanzierungsspielraum liegt damit jetzt bei vier Milliarden Euro“, erklärte Rorsted.

Henkel sorgte mit seinen Nachrichten auch bei den Anlegern für Kauflaune: Die Aktie legte zeitweise über zwei Prozent zu und markierte eine Rekordmarke von 83,48 Euro. Seit Jahresbeginn gewann der Dax-Titel damit rund 32 Prozent, während der Leitindex lediglich um 19 Prozent zulegte. „Das waren gute Nachrichten, auf die der Markt gewartet hat“, kommentierte DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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