Mehr Mitarbeiter
Bahn stellt ein „wie lange nicht mehr“

Die Deutsche Bahn hat in Sachen Personal eine Trendwende eingeleitet. Während seit 1994 Stellen abgebaut wurden, sind in 2011 mehr als 4000 neue Mitarbeiter hinzugekommen.
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BerlinDie Bahn baut in Deutschland wieder Personal auf. In diesem Jahr seien bis Ende November unterm Strich mehr als 4000 Mitarbeiter hinzugekommen, nun seien es 193.500, sagte Deutsche-Bahn- Personalvorstand Ulrich Weber der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. „Ich freue mich sehr, dass wir allein in den ersten elf Monaten so viele Mitarbeiter eingestellt haben wie lange nicht mehr.“ Für die Instandhaltung und für den Personenverkehr wurden jeweils rund 1600 neue Vollzeitbeschäftigte gewonnen, davon 520 Zugbegleiter und Servicekräfte im Speisewagen. Außerdem kamen 400 Lokführer neu zur Bahn.

Auch für 2012 sei er „grundsätzlich zuversichtlich“, sagte Weber: „Wir wollen weiterhin 5000 bis 7000 neue Mitarbeiter pro Jahr einstellen oder ausbilden.“ In den nächsten Jahren würden regelmäßig Tausende Kollegen den Konzern verlassen, viele davon verabschieden sich in die Rente. Der Altersdurchschnitt der Bahnmitarbeiter liegt derzeit bei 46 Jahren. 42 Prozent sind über 50 Jahre alt. Das heißt, dass rund 80.000 Eisenbahner in den kommenden 15 Jahren in den Ruhestand gehen.

Mit ihren Töchtern im Ausland hat die Deutsche Bahn gut 290.000 Beschäftigte. Seit der Bahnreform 1994 hatte das Verkehrsunternehmen im Inland jedoch rund 150.000 Stellen abgebaut. Nun aber gibt es eine Trendwende. Weber sagte, die Bahn wolle „noch schlagkräftiger werden und einem enger werdenden Arbeitsmarkt begegnen“. Dazu habe man ein Programm zur Personalgewinnung aufgelegt, außerdem versuche man, die Altersstruktur aktiv zu managen.

Dazu ist auch ein neuer Tarifvertrag geplant, über den ab Januar mit den Gewerkschaften EVG und GDL verhandelt wird. Er soll die bisherige Regelung zur Beschäftigungssicherung ablösen. „Wir haben 2012 gute Chancen, gemeinsam mit den Gewerkschaften innovative Leitlinien einer demografiefesten Personalpolitik für die nächsten Jahre festzuschreiben“, sagte Weber. Die Beschäftigungsbedingungen sollten sich stärker an Themen wie Personalgewinnung, Mitarbeiterbindung und Altersstruktur ausrichten.

„Wir stellen uns beispielsweise ein Modell vor, durch das wir Beschäftigung gezielter an verschiedenen Lebensphasen und mehr an individuellen Belangen der Mitarbeiter orientieren können. Ob in jüngeren Jahren, in der Phase der Familiengründung oder in einer späteren Berufsphase - die persönlichen Ansprüche an Arbeit können ganz unterschiedlich sein“, erläuterte der Personalvorstand. Es gehe etwa darum, durch eine frühzeitige Nachfolgeregelung Erfahrungswissen zu sichern. Zugleich müsse man den langsamen Ausstieg älterer Kollegen ermöglichen, „und in anderen Bereichen brauchen wir die altersgerechte Reduzierung körperlicher Beanspruchung“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Und wie viel Leute sind über 40 bzw. 50? Achja, wir sollen für die Schulden der Frau Merkel aufkommen. Also, wie viel Leute sind über 60??

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