Mehr Wachstum als LVMH
Richemont profitiert vom Luxusboom

Ein Ende des Luxusgüterbooms ist nicht in Sicht, wie die jüngsten Umsatzzahlen von Richemont zeigen. Für das Gesamtjahr zeigt sich der Luxusgüterhersteller angesichts des Trends optimistisch

HB ZÜRICH. Mit einem Wachstum von 16 Prozent von April bis August - den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2006/07 - wartete der Hersteller von Marken wie Cartier oder Jaeger-LeCoultre mit dem höchsten Umsatzwachstum der Branche auf. Und auch für das ganze Jahr zeigte sich der eher für Zurückhaltung bekannte Richemont-Chef Johann Rupert optimistisch.

„Ich bin zuversichtlich für das gesamte Jahr“, wurde Rupert am Donnerstag in der Pressemitteilung zitiert. Einige Analysten hatten nicht ausgeschlossen, dass sich ein Ende des Luxusbooms abzeichnen könnte, der nun schon seit knapp zwei Jahren anhält. „Die Verkäufe im Einzelhandel wachsen weiterhin stark, mit einem exzellenten Anstieg im August in Europa“, hielt Rupert dem entgegen.

Beim Umsatzwachstum konnte der schweizerisch-südafrikanische Konzern nun den französischen Konkurrenten LVMH schlagen, der mit seinen Louis Vuitton-Taschen und Champagner vor Richemont die Nummer eins der Branche ist. LVMH konnte den Umsatz im ersten Halbjahr um 13 Prozent steigern.

Absolute Umsatzzahlen nannte Richemont wie üblich nicht und auch zum Ergebnis machte der Konzern keine Angaben. Richemont geht jedoch davon aus, dass der Gewinn von Währungseffekten etwas belastet werden könnte. Denn Richemont stellt Schmuck und Uhren, zu denen auch die Marken Piaget und Panerai gehören, hauptsächlich in Europa her, während rund ein Drittel im asiatischen Raum verkauft werden. Falls der Eurokurs weiter steigt, muss der in der Gemeinschafts-Währung bilanzierende Konzern mit Druck auf die Gewinnmarge des Asiengeschäfts rechnen. Trotz Preiserhöhungen und Währungsabsicherung (Hedging) könnte dies die Profitabilität „zu einem gewissen Grad“ belasten, so Konzernchef Rupert.

Auch in der Berichtsperiode war die Euro-Stärke gegenüber dem japanischen Yen bereits zu spüren. Zu konstanten Wechselkursen stieg der Umsat um 18 Prozent.

Cartier ist die margenstärkste Marke des Konzerns Richemonts. Und gerade da hinkte das Umsatzwachstum in den ersten fünf Monaten mit 13 Prozent etwas hinter dem Konzerndurchschnitt her. Das verschlechtert nach Ansicht des Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) den Richemont-Produktemix und könnte sich dann auch auf das Ergebnis auswirken. „Der Produktmix ist leicht unvorteilhaft“, so ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.

Kepler-Analyst Jon Cox wertete Ruperts Hinweise auf die Währungseffekte als Vorsichtsmassnahme, um die Erwartungen des Marktes für die Profitabilität des Konzerns nicht ins Kraut schiessen zu lassen.

Die Aktie stieg bis 11.30 Uhr um rund zwei Prozent auf 60,05 sfr, während der europäische Branchenindex um 0,6 Prozent stieg. Das Papier war jedoch zuletzt etwas gesunekn. Im Sog von Richmont zogen auch Swatch um gut ein Prozent an.

Die Bank Vontobel wie auch de ZKB berechneten für die Richemont-Aktie einen deutlichen Abschlag gegenüber anderen Branchenvertretern, dies gelte ohne Berücksichtigung der Richemont-Beteiligung am Tabakkonzern BAT.

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