Messeunternehmen sucht Partner
Frankfurter Messe will doch nicht mehr an die Börse

„Die Börse ist ein Instrument, um sich Kapital zu beschaffen, und wir brauchen kein Kapital“, sagte Michael von Zitzewitz, Chef der Frankfurter Messegesellschaft, am Montag bei der Bilanzvorlage des Unternehmens. Erweiterungsbauten sollen aus Rücklagen finanziert werden.

HB FRANKFURT. Vorhaben wie den bis zu 220 Millionen Euro teuren Ausbau der Messegelände im In- und Ausland könne das Unternehmen zum einen über Eigen- und Fremdkapitalreserven von 290 Millionen Euro finanzieren.

Zum anderen sei die Messe auf der Suche nach Partnern. „Wir sondieren weiterhin Möglichkeiten für Kooperationen und beschränken uns hierbei nicht auf Europa“, sagte Zitzewitz. 2005 hatte er sich noch für eine Teilprivatisierung von 30 Prozent der Anteile ausgesprochen, um mehr Geld für die weltweite Expansion zur Verfügung zu haben.

Durch verstärkte Kooperationen will sich die Messe Frankfurt auch gegen zunehmende Konkurrenz zur Wehr setzen. Die Konkurrenz droht etwa aus dem Internet: Asiatische Produktsuchmaschinen wie Alibaba und Global Sources nähmen den Messegesellschaften nicht mehr nur im Netz Kunden ab, sagte Zitzewitz. Sie organisierten mittlerweile auch in der realen Welt Ausstellungen und würden damit zu einem neuen wichtigen Wettbewerber der etablierten Messegesellschaften.

Das wiederum trifft besonders die deutschen Messeunternehmen, die weltweit stark engagiert sind. Mit einer Reihe von neuen Hallenbauten machen sich die deutschen Messen auch untereinander starke Konkurrenz.

Mit Hilfe von Partnern und aus eigener Kraft will die Frankfurter Messe dieses Jahr erstmals gut 400 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Im vergangenen Jahr hatte die größte Messegesellschaft Deutschlands die Umsätze um vier Prozent auf 379 Millionen Euro erhöht.

Der Gewinn ist im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 22,4 Millionen Euro gestiegen. Neue Veranstaltungen im Ausland sollen die Zahl der Besucher in diesem Jahr auf fünf von bislang knapp vier Millionen treiben. Außerhalb Deutschlands macht das der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen gehörende Unternehmen bereits ein Viertel seines Geschäfts.

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