Metro-Aufspaltung
Kellerhals lenkt nicht ein

Metro-Chef Koch will den Handelsriesen mit einer Aufspaltung schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen. Media-Saturn-Minderheitseigner Kellerhals fürchtet negative Folgen – und lässt im Konflikt nicht locker.
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DüsseldorfMedia-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals lenkt im Streit mit der Metro um die Aufspaltung des Handelsriesen nicht ein. „Wir sind unverändert der Auffassung, dass die Aufspaltungspläne in der jetzigen Form rechtswidrig sind und uns durch deren Umsetzung erheblicher Schaden droht“, sagte ein Sprecher der Familie Kellerhals am Montag. „Sollte das Registergericht die Aufspaltung eintragen, werden wir alle uns entstehenden Schadensersatzansprüche gegen sämtliche Beteiligte, insbesondere gegen den zuständigen Richter, geltend machen“, fügte er hinzu.

Dem Registerrichter am Amtsgericht Düsseldorf kommt eine zentrale Rolle zu. Trägt er die Aufspaltung wirksam ins Unternehmensregister ein, kann Metro-Chef Olaf Koch den Handelskonzern in einen Lebensmittel- und einen Elektrohändler aufspalten. Beide Teile sollen dann Mitte Juli an der Börse notiert sein.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte in der vergangenen Woche eine Reihe von Klagen – unter anderem von Kellerhals – aus dem Weg geräumt, die der Eintragung im Weg standen. Koch sprach danach von einem „wichtigen Meilenstein“ auf dem Weg zur Aufspaltung.

Metro konnte sich vor dem OLG aber nicht in allen Punkten durchsetzen: Einige Feststellungsklagen gegen die Wirksamkeit des Spaltungsvertrags stehen noch im Raum. Über diese muss der für die Eintragung zuständige Richter am Amtsgericht Düsseldorf befinden. Eine Sprecherin des Amtsgerichts sagte, die schriftliche Entscheidung des OLG liege dem Amtsgericht noch nicht vor. Diese muss aber noch bei dem Gericht eingereicht werden. Vorher kann es keine Entscheidung geben.

Zu der Klage-Drohung Kellerhals' äußerte sie sich nicht. Auch Metro nahm dazu keine Stellung. Der Kellerhals-Sprecher sagte, das Gericht und der zuständige Richter seien über die Haltung des Media-Saturn-Miteigners informiert. Registerrichter können bei Fehlern persönlich haftbar gemacht werden.

Koch will beide Teile mit der Aufspaltung schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen. Entstehen soll ein Lebensmittelhändler um die Großmärkte und die Supermarktkette Real mit rund 37 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern. Bei der bisherigen Metro verbleibt der Elektronikhändler Media-Saturn, er bildet den Kern der neuen Holding Ceconomy. Diese kommt bislang auf einen Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Euro mit 65.000 Mitarbeitern. Kellerhals fürchtet, dass seine Mitspracherechte damit deutlich eingeschränkt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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