Metro
Cordes erwägt Verkaufsstopp für Real

Ursprünglich sollte Real nur mit einem Ebit von zwei Prozent Teil des Metro-Konzerns bleiben. Zuletzt lag die Kennzahl bei 1,1. Und nach einem Mitarbeitergespräch rückt der Verkauf für den Metro-Chef in weite Ferne.
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DüsseldorfDie deutschen Real-Märkte sollen jetzt doch nicht verkauft werden, sondern Teil des Metro-Konzerns bleiben. Einen solchen Plan stellte Vorstandschef Eckhard Cordes am Dienstag den im Metro-Aufsichtsrat vertretenen Arbeitnehmern vor, die sich mit ihm in Düsseldorf zu einem vertraulichen Gespräch verabredet hatten. Dies erfuhr das Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) von mehreren Quellen im Metro-Aufsichtsrat.
Ursprünglich hatte der Metro-Chef der Konzerntochter Real im März 2008 ein Ultimatum gesetzt, nach dem die SB-Warenhäuser innerhalb der nächsten zwei Jahre den Turn-around schaffen oder ansonsten verkauft werden sollten. Dazu müsse eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von zwei bis drei Prozent her, konkretisierte Metros damaliger Finanzchef später. Andernfalls, warnte er, blieben die Einnahmen unter den eigenen Kapitalkosten.

Dort liegen sie bis heute – dank einer Ebit-Marge von 1,1 Prozent. Einen Käufer aber fand Metro bislang nicht.
„Mit dieser Ankündigung will Cordes die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat hinter sich bringen, wenn es dort am 2. November um seine Vertragsverlängerung geht“, sagte ein Beobachter. In der Metro-Zentrale gab man sich dagegen zugeknöpft. „Wir sagen dazu nichts“, sagte ein Cordes-Sprecher, „weil bei den Gesprächen Vertraulichkeit vereinbart wurde.“
Die Belegschaftsvertreter hatten den Metro-Chef zuletzt skeptisch beurteilt, da dessen Sparprogramm „Shape 2012“ weltweit 19.000 Jobs kostete. Nach dem Treffen mit Cordes vergangene Woche aber gaben sie sich versöhnlich. Auf eine eigene Erklärung zur geplanten Vertragsverlängerung für den 60-jährigen Vorstandschef wollen sie seitdem verzichteten. Schließlich sei dies angesichts der klaren Position der Mehrheitseigner nicht mehr erforderlich, sagten sie. Am Montagabend hatten sich Metros Großaktionäre Haniel und Schmidt-Ruthenbeck bereits auf eine Vertragsverlängerung für Cordes geeinigt.

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