Michael O'Leary
„Weniger Toiletten an Bord machen das Fliegen sicherer“

Seit 1994 führt Michael O'Leary den größten europäischen Billigflieger Ryanair. Der gelernte Wirtschaftswissenschaftler gehört zu den reichsten Männern Irlands. Auf seiner Farm züchtet er Rinder und Rennpferde. Im Interview mit der Wirtschaftswoche spricht der 49-Jährige über absurde Sparideen, künftiges Wachstum und die finanzielle Vorsorge für seine vier Kinder.
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Herr O'Leary, wir sind überrascht, Sie hier in Ihrem Büro zu sehen.

Michael O'Leary: (Schaut verdutzt) Wo soll ich denn sonst sein?

Nach Ihrem Vorschlag, die Co-Piloten abzuschaffen und im Notfall durch Flugbegleiterinnen zu ersetzen, wollte einer Ihrer Piloten Sie durch eine Flugbegleiterin ersetzen. Und das wollten sie prüfen.

O'Leary: Das stimmt, ich fände es gut, ein paar unserer attraktiven Stewardessen in mein Büro zu holen und auf den Job aktiv vorzubereiten.

Haben Sie das schon mit Ihrer Frau besprochen?

Ach, sie weiß, dass viele Stewardessen einen besseren Job machen als ich.

Wahrscheinlich hätten die Flugbegleiterinnen auch weniger absurde Vorschläge.

Welcher Vorschlag von mir war je absurd?

Bezahltoiletten an Bord, Extraabgabe für übergewichtige Passagiere, Stehplätze im Flugzeug, Flüge voller Passagiere mit Gratistickets. Haben Sie da nicht Angst, dass Sie mal einer ernst nimmt?

Ich Angst? Nein. Angst haben unsere teuren Konkurrenten, weil wir denen in Scharen die Passagiere abnehmen. Wir meinen jede Idee ernst und sind dabei, die ersten umzusetzen. Wir haben im vorigen Jahr gut zwei Millionen Passagiere mit Gratistickets geflogen, und über die Bezahltoiletten reden wir ernsthaft mit Boeing. Die Gebühr soll dafür sorgen, dass weniger Passagiere im Flug auf die Toilette gehen und wir zwei der drei Waschräume ausbauen und auf dem Platz Sitze montieren können. Doch die Aufsichtsbehörden sind dagegen, was ich nicht verstehe.

Die halten das für unsicher.

Absurd. Weniger Toiletten an Bord machen das Fliegen sicherer. Denn gerade Toiletten an den Notausgängen sind ein Flaschenhals, wenn bei einem Zwischenfall die Passagiere schnell von Bord sollen. Denn Toiletten brauchen mehr Platz, als wenn wir da Sitze hinstellen. Wenn mich eine Flugbegleiterin als Chef ersetzen sollte, hätte die es wahrscheinlich leichter mit diesen Bürokraten.

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  • Noch ein Vorschlag: bordküche raus, 6 Plätze der Super-Luxus-Klasse rein.

  • Noch ein Vorschlag: Die Handgepäckablage als Schlafkabine für Fernreisen.

  • Noch ein Vorschlag: Der Gepäckraum für die Arbeiterklasse nach Jamaika für 1 Euro.

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