Milliardenauftrag
Briten vertrauen der Post ihre Gesundheit an

Die Deutsche Post darf sich über einen Milliardenauftrag aus Großbritannien freuen. Das dortige Gesundheitsministerium hat dem ehemaligen Staatskonzern die Versorgung hunderter Krankenhäuser im ganzen Land anvertraut. Die Deutschen bekamen den Auftrag nur, weil sie vor kurzem auf der Insel kräftig eingekauft haben.

HB BONN. Der Zehn-Jahres-Vertrag habe ein Umsatzvolumen von 2,3 Mrd. Euro, teilte die Deutsche Post am Dienstagmorgen mit und bestätigte damit entsprechende Medienmeldungen vom Vortag. Der Logistikauftrag ist der größte in der Geschichte des Unternehmens.

Die Post-Tochter DHL wird für den National Health Service (NHS) die Versorgung von rund 600 Krankenhäusern und anderen Gesundheits-Dienstleistern landesweit übernehmen. Sie wird sowohl Material einkaufen, als auch ausliefern. Es geht um 500 000 verschiedene Produkte: unter anderem Nahrungsmittel, Büroausstattung, Bettwäsche, Reinigungsmittel und medizinische Geräte. Die neue Sparte soll unter dem Namen NHS Supply Chain operieren. Während der Vertragslaufzeit wird sie Güter und Dienstleistungen im Gesamtvolumen von umberechnet 32 Mrd. Euro umschlagen.

Um die Lieferungen stemmen zu können, bauen die Deutschen zwei neue Vertriebszentren: 2008 wird das erste mit 23 200 Quadratmetern Fläche gebaut. Es dien der zentralen Lagerung von Lebensmitteln und anderen Produkten. Ein weiteres Vertriebszentrum solle 2012 hinzukommen. Insgesamt entstünden hier voraussichtlich etwa 1 000 zusätzliche Arbeitsplätze.

Bislang war für die Belieferung der britischen Krankenhäuser NHS Logistics zuständig, ein staatliches Logistikunternehmen innerhalb des nationalen Gesundheitssystems. Die britische Regierung erwartet durch die Auslagerung an die Deutsche Post Einsparungen von umgerechnet knapp 1,5 Mrd. Euro.

Post-Chef sieht sich bestätigt

Post-Vorstandsvorsitzender Klaus Zumwinkel wertete den Vertragsabschluss als Erfolg der Konzernstrategie. „Nach der Übernahme des Logistikers Exel und mit der umfangreichen DHL-Expertise im Gesundheitssektor konnten wir dem Kunden ein wirklich überzeugendes Angebot machen“, sagte er. Die Post hatte Exel im vergangenen Jahr für 5,5 Mrd. Euro geschluckt. Durch den Zukauf ist die Post mit jetzt weltweit rund 500 000 Mitarbeitern zum größten privaten Arbeitgeber Deutschlands und zum siebtgrößten weltweit aufgerückt.

Zumwinkel erklärte, der Großauftrag zeige, dass die vom Konzern eingeschlagene Strategie der Internationalisierung Früchte trage. Zumwinkel hatte dem ehemaligen Staatsmonopolisten ein Konzept umfangreicher Expansion im Ausland verordnet, um den Konzern vom heimischen Briefmonopol unabhängig zu machen.

Ihr bislang größtes Logistik-Geschäft hatte die Post mit dem Karstadt-Quelle-Konzern geschlossen. Dieser Vertrag sichert der Post über zehn Jahre einen Jahresumsatz von jeweils rund 500 Mill. Euro. In Großbritannien fallen nun jährlich rund 230 Mill. Euro an.

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