Millioneninvestitionen in Discounttochter Penny
Neuer Rewe-Chef greift Aldi an

Alain Caparros kündigt im Handelsblatt-Interview Millioneninvestitionen in die Discounttochter Penny an.

KÖLN/DÜSSELDORF. Der Kölner Rewe-Konzern will unter der Führung seines neuen Vorstandssprechers Alain Caparros in Deutschland die Verfolgung von Aldi und Lidl wieder aufnehmen. „Wir haben im Discountgeschäft leider ein paar Züge verpasst“, räumte der seit einer Woche amtierende Rewe-Chef in seinem ersten Interview nach Amtsübernahme gegenüber dem Handelsblatt ein. Nun aber werde man in Deutschland wieder kräftig zulegen. „Wir haben endlich das richtige Konzept gefunden und werden den Expansionskurs wieder beschleunigen“, kündigte er an.

Nun will der ehemalige Aldi-Nord-Landeschef Caparros, der in den vergangenen zwei Jahren bei Rewe in der zweiten Reihe für das Discountgeschäft verantwortlich war, mit der Discounttochter Penny aggressiv wachsen. Mehrere 100 Mill. Euro will er im kommenden Jahr in die deutschen Discount-, aber auch Supermärkte investieren. Die Verdichtung des Filialnetzes in den Heimatmärkten habe absolute Priorität vor dem Eintritt in neue Länder, erklärte Caparros.

Damit zeichnet sich ein deutlicher Strategiewechsel unter dem neuen Rewe-Chef ab: Seit 1994 expandierte das Unternehmen in 13 Länder Europas. Zudem soll Rewes neu ernannter Einkaufsvorstand Frank Hensel die Beschaffung verstärkt an den Interessen des Discountgeschäfts ausrichten.

Notwendige Abwehrschlacht gestartet

„Rewe startet mit der Discounttochter Penny eine notwendige Abwehrschlacht. Aldi und Lidl rollen den Markt mit weiteren Marken und mehr Frischeprodukten im Angebot von unten auf“, sagt Felix Peckert, Branchenexperte und freier Unternehmensberater. Anders als die unmittelbaren Wettbewerber Lidl und Plus, die im vergangenen Jahr um mehr als acht Prozent zulegten, musste sich Rewes Discountkette Penny zuletzt mit schrumpfenden Umsätzen abfinden. Die 2100 deutschen Filialen büßten 0,7 Prozent ihres Geschäfts ein. Der Bruttoumsatz war mit 6,1 Mrd. Euro deutlich geringer als bei Konkurrenten wie Lidl, Aldi Nord oder Aldi Süd. Zudem verkleinerte sich das Standortnetz, weil sich Penny von 42 unrentablen Läden in Ostdeutschland trennte. Den dritten Platz in der Branche musste die Rewe-Tochter an Plus abgeben.

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