Mindestens drei Interessenten
Auch Tüv Süd will Germanischen Lloyd haben

Um den „Schiffs-Tüv“ Germanischer Lloyd buhlen nun gleich drei Parteien. Da ist der ungebliebte französische Konkurrent Bureau Veritas, der „weiße Ritter“ Günter Herz und jetzt auch der Tüv Süd. Letzterer hat bereits konkrete Pläne, wie die Zusammenarbeit laufen soll.

HB/lip MÜNCHEN. Der Tüv Süd will mit der Übernahme des Schiffsdienstleisters Germanischer Lloyd sein Wachstum vorantreiben. Wie bereits angekündigt, sei ein Angebot für den Germanischer Lloyd vorgelegt worden, teilte der Technische Überwachungsverein am Freitag in München mit. „Ziel unserer Offerte ist es, die Mehrheit der Aktien an der Germanischer Lloyd AG zu übernehmen. Wir bieten damit eine langfristige Industrielösung, bei der die Ausweitung des Maritim-Geschäfts im Vordergrund steht“, erklärte Tüv-Süd-Vorstandschef Chef Peter Hupfer. Einzelheiten des Angebots nannte er nicht.

Für den Germanischen Lloyd bietet auch der Hamburger Milliardär Günter Herz. Er ist dem Dienstleister am Donnerstag bei der geplanten feindlichen Übernahme durch den französischen Konkurrenten Bureau Veritas beigesprungen. Er habe den Aktionären der Hamburger Schiffsklassifizierungsgesellschaft ein freundliches Übernahmeangebot unterbreitet, teilten der Germanische Lloyd und eine Sprecherin von Herz mit. Der ehemalige Großaktionär des Hamburger Kaffeeimperiums Tchibo ist einer der größten Einzelaktionäre bei dem Sportartikelhersteller Puma.

Der Lloyd-Vorstand begrüßte am Donnerstag die Initiative von Herz und prüft derzeit das Angebot. Zur Höhe wurden keine Angaben gemacht. In Firmenkreisen heißt es, die Offerte liege deutlich über 500 Mill. Euro. Ein Unternehmenssprecher wollte sich dazu nicht äußern. Der Germanischer Lloyd plant in diesem Jahr einen Umsatz von 355 Mill. Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 3 200 Mitarbeiter und ist Weltmarktführer für die technische Überprüfung von Containerschiffen.

Damit bahnt sich möglicherweise ein harter Bieterkampf um den Germanischen Lloyd an. Am 9. November hatte Bureau Veritas den Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet, ohne vorher Vorstand und Aufsichtsrat des deutschen Unternehmens zu informieren. Der Vorstand hatte sich daraufhin gegen die Übernahme ausgesprochen.

Wie der Germanische Lloyd zum Angebot des Tüv Süd steht, ist unbekannt. Nach Angaben des Technischen Überwachungsvereins soll der Schiffsdienstleister als eigenständiges Geschäftsfeld Maritim neben den bereits bestehenden Segmenten in die Gruppe integriert werden. Unternehmen und Marke sollten ebenso erhalten bleiben wie der Standort Hamburg, betonte Tüv-Süd-Chef Hupfer. Der Lloyd-Vorstand solle in den Zentralvorstand der Tüv-Süd-Gruppe aufgenommen werden. Ein Arbeitsplatz-Abbau stehe nicht zur Diskussion, da sich beide Unternehmen mit ihren Dienstleistungen ergänzten, hieß es.

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