"Modell für den Schadenersatz liegt bereits vor"
Verspätungen: Bahn will rasch entschädigen

Die Deutsche Bahn hofft auf eine rasche Einigung im Streit um Entschädigungszahlungen bei Verspätungen. Ein Kompromiss scheint bereits in greifbarer Nähe.

HB FRANKFURT. In den nächsten Tagen könnte ein Kompromiss mit der Bundesregierung erzielt werden, sagte der Vorstand für den Personenverkehr, Karl-Friedrich Rausch, am Montagabend in Frankfurt. Ein Modell für den Schadenersatz liege vor. „Der Kunde hat einen Anspruch und den kann er auch einklagen“, erläuterte Rausch den Vorschlag. Bei größeren Verspätungen gebe es Gutschriften, deren Höhe sich nach den Ticketpreis richte. Details wollte Rausch vor Abschluss der Gespräche nicht nennen. Eine von dem Verbraucherministerium bisher geforderte gesetzliche Regelung lehnt der Konzern weiter ab.

Das Entschädigungsangebot bezieht sich nur auf den Fernverkehr. In den von den Ländern bezahlten Nahverkehr werden bei zu unpünktlichen Zügen bereits Strafgelder fällig, die aber in die Länderkassen gehen. Die mangelnde Pünktlichkeit der Bahn sei weiter ein Problem, sagte Rausch. Im Fernverkehr treffen laut Bahn derzeit nur etwa 80 Prozent der Züge fahrplangemäß ein, 95 Prozent sollten es laut Zielplanung sein.

Den Umsatzschwund im Fernverkehr in der ersten Jahreshälfte konnte die Bahn nach eigener Aussage stoppen. Seit Oktober liege die Verkehrsleistung wieder auf den Vorjahresniveau, die Auslastung der Züge sei durch Kapazitätsanpassungen besser als im Vorjahr. 2004 erwartet der Vorstand einen Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich. Die wieder eingeführte Bahncard erfreut sich laut Konzern reger Nachfrage, insgesamt seien derzeit 2,7 Millionen Bahncards im Umlauf.

Im lukrativen Nahverkehr will die Bahn 2004 jede zweite Ausschreibung für sich entscheiden. Im kommenden Jahr vergeben die Länder 19 Strecken mit insgesamt 37 Millionen Zugkilometern. Zuletzt konnte die Bahn nach eigenen Angaben 40 Prozent der Aufträge gewinnen.

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