Nach Gewinneinbruch
Puma-Chef krempelt Konzern um

Der Sportartikel-Hersteller hat im zweiten Quartal knapp 30 Prozent weniger Gewinn gemacht. Zeit für einen Umbau des Unternehmens, findet Puma-Chef Koch. Ein neues Modell soll die Strukturen des Konzerns vereinfachen.
  • 0

MünchenDie Produkte nicht begehrt genug, die internen Strukturen nicht ausreichend effizient: Puma -Chef Franz Koch baut nach gut einem Jahr im Amt und schwachen Geschäftszahlen den fränkischen Sportartikel-Hersteller um. So soll die Raubkatzen-Marke wieder an alte Erfolge anknüpfen, als sie den viel größeren Rivalen Nike und Adidas immer wieder mit Innovationen und hohen Wachstumsraten die Show stahl. Davon ist Puma derzeit allerdings weit entfernt. Die Konsumflaute in Europa im Zuge der Schuldenkrise wirkt sich stärker als bei der Konkurrenz aus. Auch die Fußball-Europameisterschaft mit dem guten Abschneiden der Puma-Teams Italien und Tschechien konnte den Trend nicht drehen. Koch musste bereits in der Vorwoche sogar die Umsatz- und Gewinnprognose für dieses Jahr senken.

Puma teilte am Donnerstag mit, mit einem neuen Modell die Konzernstrukturen vereinfachen zu wollen. Verwaltungsaufgaben würden zentralisiert, die Organisationseinheiten in Europa von 23 auf sieben reduziert. Auch der Einkauf solle regionaler gestaltet werden, um die Bearbeitungszeiten von Kundenaufträgen zu verkürzen und die Produktverfügbarkeit zu verbessern. Die eigenen Shops stehen auf dem Prüfstand: Unrentable Geschäfte sollen geschlossen werden. Ziel der Maßnahmen sind niedrigere Kosten. Ein Zielwert wurde allerdings nicht genannt. Der Umbau wird zunächst bis zu 100 Millionen Euro kosten. Dieser Betrag wird im zweiten Halbjahr verbucht. Damit wird der Jahresgewinn deutlich unter dem Niveau von 2011 liegen, als es gut 230 Millionen Euro waren.

Koch kann sich für den Umbau Gefolgsleute suchen. Denn der für das Tagesgeschäft zuständige Geschäftsführer Klaus Bauer (57) wird seinen Vertrag nicht über 2012 hinaus verlängern. Sein Nachfolger wird der 50-jährige Michael Lämmermann, bislang Bereichsleiter Finanzen. Zudem scheidet der Marketing-Chef Antonio Bertone (39) zum Jahresende aus. Sein Nachfolger steht noch nicht fest. Allerdings muss Koch alle Veränderungen im Verwaltungsrat durchkriegen, dem der langjährige Firmenchef Jochen Zeitz vorsteht, der die jetzigen Strukturen maßgeblich geschaffen hat.

Das zweite Quartal brachte Licht und Schatten für Puma: Der Gewinn brach um gut 29 Prozent auf 26,7 Millionen Euro ein. Hier wirkten sich vor allem höhere Kosten für Marketing und die Entwicklung neuer Produkte negativ aus. Der Umsatz kletterte dagegen um knapp zwölf Prozent auf 752,9 Millionen Euro. Die wichtige Rohertragsmarge blieb mit 49,1 Prozent stabil.

Während Puma in Amerika und Asien hohe Umsatzzuwächse erreichte, ging es in Europa währungsbereinigt um drei Prozent nach unten. Schlecht lief der Absatz von Schuhen. Textilien und vor allem Accessoires verkauften sich indes besser.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Gewinneinbruch: Puma-Chef krempelt Konzern um"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%