Nach schlechtem Start ins Jahr
Thiel senkt Gewinnprognose um 28 Prozent

Thiel Logistik hat nach einem schwachen Start seine Ergebniserwartung für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Die im MDax notierte Thiel-Aktie brach zur Eröffnung des Handels um fast 13 Prozent ein.

HB FRANKFURT. Nach dem Bilanzierungsstandard IFRS werde nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 36 Millionen Euro erwartet, teilte das Luxemburger Unternehmen mit. Bislang hatte Thiel ein Ebit von „50 Millionen Euro plus X“ in Aussicht gestellt. Die unter den Erwartungen liegende Geschäftsentwicklung in der Logistik für die Automobilbranche und bei Südkraft im Januar und Februar habe sich fortgesetzt. Anlaufverluste bei einem neuen Möbelverteilzentrum hätten zudem zu einem unbefriedigenden Ergebnis in der Sparte Möbel geführt.

Am Ziel eines Umsatzwachstums von drei Prozent im laufenden Jahr hält Thiel trotzdem fest. „Daran hat sich nichts geändert“, sagte ein Unternehmenssprecher. 2004 hatte Thiel 1,73 Milliarden umgesetzt Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 31,8 Millionen Euro - damals noch nach US-GAAP - erzielt. Beim Broker Lang & Schwarz lag die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie vorbörslich 6,5 Prozent im Minus. „Die Zahlen waren extrem schlecht. Da ist Land unter“, sagte ein Börsianer in einer ersten Reaktion.

„Trotz dieses Jahresstarts wird Thiel Logistik in diesem Jahr weiter wachsen und das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr steigern“, sagte Thiel-Chef Klaus Eierhoff. Noch im März hatte er gesagt, das Ergebnisziel für 2005 sei aus heutiger Sicht schwieriger, aber noch erreichbar. „Neben organischem Wachstum fassen wir auch selektive Akquisitionen in den Regionen Osteuropa und Asien in Auge“, sagte Eierhoff nun. Zudem wolle Thiel seine strategischen Allianzen weiter ausbauen.

Die Sparte Automotive unter Führung der Tochter Microlog, die Analysten als Baustelle von Thiel sehen, leide weiter unter der schwachen Automobilkonjunktur und der dadurch erschwerten Gewinnung neuer Kunden, teilte das Unternehmen mit. Die Tochter Südkraft werde vor allem von einem verschärften Preiswettbewerb mit sinkenden Margen belastet. Anlaufschwierigkeiten im neuen Möbelverteilzentrum im ostwestfälischen Lemgo-Voßheide, in dem die geplante Produktivität noch nicht erreicht worden sei, wirkten sich negativ auf den Bereich Möbellogistik aus.

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