Nach Shitstorm gegen United Airlines
Flugticket, na und?

United Airlines hat einen Passagier mit Gewalt aus einem überbuchten Flieger zerren lassen. Der Protest ist groß. Dabei sind Überbuchungen bei Fluggesellschaften die Regel. Wer gefährdet ist, am Boden bleiben zu müssen.
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New YorkUnited Airlines hat einen Passagier gewaltsam aus einem überbuchten Flieger zerren lassen und heftige Kritik geerntet. Sogar an der Börse wird der Vorfall beachtet – die Aktie verliert zum Handelsauftakt am Dienstag etwa vier Prozent. Dieser Vorfall wirft die Frage auf: Was dürfen Fluggesellschaften? Überbuchungen vor allem von Inlandsflügen stehen in den USA an der Tagesordnung. Die Fluggesellschaften sichern sich schon beim Ticketkauf die Möglichkeit, ihre zahlenden Gäste nicht mitzunehmen. Einmal das Häkchen bei „Ich akzeptiere die Geschäftsbedingungen“ gesetzt, akzeptiert der Passagier den dahinter liegenden zig Seiten langen Vertrag.

Um möglichst viel Profit aus der Strecke zu schlagen, verkaufen Airlines oft mehr Tickets als tatsächlich Plätze an Bord sind. Dazu nutzen sie einen Algorithmus. Der kalkuliert aus Erfahrungswerten, wie wahrscheinlich es ist, dass Kunden ihren Flug canceln, nicht antreten oder zu spät kommen. Die mathematische Formel geht allerdings nicht immer auf. Vor allem zu beliebten Reisezeiten wie den Osterferien kommt es daher oft zu Chaos an Flughäfen.

Bei dem jüngsten United-Airlines-Flug 3411 von Chicago nach Louisville war das Problem nicht das Überbuchen, obwohl die Fluggesellschaft das zunächst behauptet hatte. Stattdessen ging es darum, eine Crew für einen anderen Flug nach Louisville zu fliegen, um sie dort einzusetzen. Aber die Regeln, die in diesem Fall angewendet wurden, sind die gleichen. Und sie ähneln sich unter den Fluggesellschaften: 

Erst bieten die Airlines Geld, Gutscheine für Übernachtungen oder First-Class Upgrades für den nächsten Flug oder Geld an, damit die Kunden freiwillig ihren Platz freigeben. Wenn sich nicht genügend Freiwillige finden, kann die Airline einfach allen noch wartenden Gästen den Zutritt zum Flieger verweigern.

Das passiert allerdings äußerst selten. Laut der jährlichen Studie zur Qualität der Fluggesellschaften Airline Quality Rating (AQR) der Wichita State University und der Embry-Riddle-University lag die Quote der Gäste, die gegen ihren Willen am Boden blieben, im vergangenen Jahr bei 0,62 pro 10.000 Gäste. Im Vorjahr waren es noch 0,76 pro 10.000 Passagiere. Das besondere Problem beim Flug 3411 war, dass die Gäste schon alle an Bord waren. Jemandem den Zutritt zu verwehren, ist einfacher als jemanden wieder hinauszubefördern.

Wie werden diejenigen ausgewählt, die gegen ihren Willen am Boden bleiben müssen? Das richtet sich laut United-Airlines-Vertrag nach verschiedenen Kriterien: Dazu zählt die Buchungsklasse – also wieviel Geld der Passagier für das Ticket bezahlt hat. Aber es zählt auch sein Vielflieger-Status, wie früh der Kunde beim Check-In war, und ob er noch einen Weiterflug hat. Außerdem werden Familien mit Kindern und Menschen mit Behinderungen grundsätzlich nicht gegen ihren Willen am Boden gehalten. Wer also gerne Fluggesellschaften wechselt, immer mit Schnäppchen fliegt und auf den letzten Drücker alleine zum Flughafen kommt, riskiert am meisten.

Kommentare zu " Nach Shitstorm gegen United Airlines: Flugticket, na und?"

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  • Lieber Herr Hesse, das steht drin (3. Absatz.) Mit freundlichen Grüßen Katharina Kort

  • Ich bin nicht sicher ob das hier jemand liest, es wäre aber zu erwähnen, dass der Flug nicht überbucht war, sondern die Fluglinie sich kurzfristig überlegt hat 4 Mitarbeiter mitfliegen zu lassen. Sonst wäre er ja nicht schon an Bord gewesen

  • Na und? Ich stand auch schon mal in Alice Springs, und beim Check-In wurde mir gesagt dass meine Buchung (Ticket hielt ich in der Hand) storniert worden wäre.
    Von wem konnte man mir nicht sagen. Irgendwer in der Zentrale (QUANTAS).
    Gute 2 Stunden später nahm uns eine andere Fluggesellschaft ohne jede Formalität mit nach Adelaide. Ich durfte bei den Stewardessen auf einem Klappsitz hocken.....

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