Nach Stellenabbau
Karstadt-Chef plant keine weiteren Schließungen

Im Zuge der massiven Stellenstreichung plant Karstadt keine Schließungen weiterer Filialen. Karstadt-Chef Andrew Jennings zufolge werde es auch keine Teilverkäufe geben. Die Mitarbeiter sollen heute informiert werden.
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FrankfurtKarstadt will im Zuge seiner Sanierung 2000 von insgesamt 25.000 Jobs streichen. Der Warenhauskonzern will damit Kosten sparen und wettbewerbsfähig bleiben. Nach Aussage von Karstadt-Chef Andrew Jennings droht allerdings keine weitere Schließungswelle. „Es gibt derzeit keine Pläne dazu“, sagte Jennings der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Auch ein Teilverkauf, etwa die Trennung von den Premiumfilialen, sei nicht geplant. Von den 83 Waren- und 26 Sport-Häuser solle nach derzeitigem Stand keines geschlossen werden, sagte ein Unternehmenssprecher Handelsblatt Online. Alle Häuser lieferten „einen positiven Ergebnisbeitrag“.

Die Mitarbeiter sollten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an diesem Dienstag über den Stellenabbau informiert werden. Die Gewerkschaft kritisierte die Pläne von Karstadt-Chef Andrew Jennings als „völlig falsches Signal an die Belegschaft und die Kunden“. Karstadt brauche motivierte und engagierte Mitarbeiter, sagte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz.

Jennings bezeichnete den Stellenabbau als schmerzhaft. „Aber wir leiden nicht nur unter komplexen und ineffizienten Altstrukturen, sondern befinden uns auch im wirtschaftlich schwierigen Umfeld der Eurokrise“, sagte er der „FAZ“. Der Abbau erfolge mit dem Ziel, Strukturen und Prozesse weiter zu straffen und zu vereinfachen, und zwar in der gesamten Organisation. Einzelheiten würden in Abstimmung mit den Betriebsräten festgelegt und voraussichtlich im Oktober bekanntgegeben.

Hauptsächlich wolle das Unternehmen das Ziel durch Frühpensionierung, Nichtverlängerung befristeter Verträge und freiwilligen Austritt von Mitarbeitern erreichen. Betriebsbedingte Kündigungen werden aber nicht explizit ausgeschlossen. Mit dem scharfen Wettbewerbsumfeld im Einzelhandel und den „herausfordernden Marktbedingungen der Euro-Krise“ begründet der Warenhauskonzern Karstadt den geplanten Abbau von 2000 Vollzeitstellen.

Karstadt war 2009 in die Insolvenz gerutscht und dann ein Jahr später von dem Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Zur Rettung des Unternehmens hatten die Karstadt-Mitarbeiter Kürzungen beim Gehalt in Kauf genommen, die Vermieter der Häuser stimmten Mietsenkungen zu.

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