Nachfrage im Sinkflug
Luftfahrt mit desaströsem Jahresauftakt

In der Luftfahrtbranche schwindet die Nachfrage in bislang unbekanntem Tempo und signalisiert damit, dass die Branche den Boden der Krise längst noch nicht erreicht hat. Selbst bei den großen Konzernen breitet sich langsam Unruhe aus.

FRANKFURT. Der Frankfurter Flughafen ist mit zweistelligen Minusraten sowohl im Passagier- als auch im Frachtverkehr ins neue Jahr gestartet. Die Zahl der Fluggäste am Frankfurter Flughafen sank im Januar um 10,4 Prozent, die beförderte Frachtmenge brach sogar um 23,6 Prozent ein. Das teilte Betreiber Fraport gestern mit. Unter dem Strich ist das der bislang stärkste Rückgang in einem Monat in der Geschichte der Fraport AG. Allerdings war der Jahresauftakt auch durch außerordentliche Effekte wie der Streik bei Lufthansa sowie schlechtes Wetter beeinflusst.

Dennoch reihen sich die Fraport-Daten in eine ganze Liste aktueller Hiobsbotschaften ein. Erst am Dienstag hatte Lufthansa für den Januar einen Rückgang im Passagiergeschäft um 4,3 Prozent berichtet. Die Cargo-Tochter musste sogar einen Einbruch um 23,2 Prozent verkraften. Der Erzrivale Air France-KLM hatte kurz zuvor ebenfalls von einem Minus im Cargobereich um mehr als 20 Prozent berichtet.

"Die heutigen Verkehrszahlen offenbaren eindeutig, dass das Marktumfeld nach wie vor in einem freien Fall ist", beschreibt Johannes Braun von Commerzbank Equity Research die aktuelle Situation. "Wichtiger ist die Frage, wie lange der Abschwung dauern wird. Die Luftfahrt-Unternehmen sind krisenerprobt und können Rückgänge um 20 Prozent steuern. Aber das reicht für ein Quartal, dann sind die Instrumente aufgebraucht", warnt Axel Boss, den für die Luftfahrtbranche zuständigen Partner der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little.

Die Luftfahrt reagiert traditionell heftig auf wirtschaftliche Ausschläge. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Branche die allgemeine Wirtschaftsentwicklung im Schnitt doppelt so stark nachzeichnet, sowohl nach unten als auch nach oben. Dennoch steigt auch in der Branche die Unruhe. "Solche Rückgänge wie derzeit im Frachtgeschäft sind außergewöhnlich", heißt es etwa bei Lufthansa Cargo. Dabei haben die Airlines frühzeitig begonnen, gegenzusteuern.

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