Nachhaltigkeit
Logistiker stoßen an Grenzen des Wachstums

Zumindest in Teilbereichen ist das Volumen des Gütertransports ausgereizt. Dienstleistern fällt es schwer, nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln.
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BerlinDie Prognose steht für starkes Wachstum. Um 70 Prozent soll der hiesige Güterverkehr bis 2025 laut Bundesverkehrsministerium zunehmen. Doch Logistiker sollten der Vorhersage nicht blind vertrauen. Denn eine Reihe von Entwicklungen dürfte ihr Geschäft auch bremsen.

Eine davon könnten sinkende Rohstofftransporte sein. Die Bundesregierung trägt dazu mit einem Programm bei, wonach sich die Rohstoffproduktivität bis 2020 gegenüber 1994 verdoppeln soll. Unternehmen vieler Branchen verringern Material bei Produkten und Verpackungen - das senkt den Ausschuss und den Transportbedarf.

Die weltweit zunehmende Rohstoffknappheit treibt einen Strukturwandel voran. Der Trend geht zu leichten und langlebigen Produkten sowie zu mehr regionalen Wertschöpfungsketten und dezentralen Versorgungssystemen. Beispiele dafür gibt es viele: Kommunen, die sich selbst mit Energie versorgen. Firmen, die wie Teppichhersteller Shaw Industries ihre Waren auch vermieten und stärker recyceln. Shaw lässt gebrauchte Teppiche wieder aufarbeiten - deren Qualität sei identisch mit der von Neuware.

Auch andere Firmen passen ihr Geschäftsmodell an. So bietet eine Dow-Chemicals-Tochter die Reinigung von Maschinen als Dienstleistung - mit einem Bruchteil einst nötiger Mengen an Chemikalien. Der größte Abfallkonzern im Benelux-Raum, die Van Gansewinkel Groep, ist in die Produktion eingestiegen - Basis sind selbst eingesammelte Wertstoffe. Der Importbedarf sinkt auch, weil Rohstoffe aus Abfällen gewonnen werden. In nur 41 Handys steckt die gleiche Menge Gold wie in einer Tonne Golderz.

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