Nespresso im Hintertreffen
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Der Mega-Deal der deutschen Milliardärsfamilie Reimann mischt die Kaffeewelt auf. Für Platzhirsch Nestlé und seine Nespresso-Kapseln wird es nun auch in Europa eng. Analysten rechnen mit einem Preiskrieg.

Doppelter Rückschlag für Nestlé am Markt für Kaffee-Kapseln. Der Plan, mit der Marke Nespresso den US-Markt zu erobern, geht bisher nicht wirklich auf. Und eine Übernahme, bei der zwei der größten Konkurrenten zueinander finden, wird Nestlé wahrscheinlich die weltweite Krone bei den Kapseln kosten.

Mit einem globalen Marktanteil von rund 28 Prozent bei portioniertem Kaffee dürfte der Schweizer Lebensmittelriese von der JAB Holding, der Investmentfirma der Familie Reimann, in den Schatten gestellt werden. Die deutsche Milliardärsfamilie will für rund 14 Milliarden Dollar den US-Anbieter Keurig Green Mountain übernehmen – und dürfte danach bei Kapseln einen Marktanteil von nahezu 41 Prozent haben. Das geht aus Berechnungen der Marktforscher von Euromonitor hervor.

Aufstrebende Konkurrenzsysteme und Nachahmer-Kapseln belasten das Umsatzwachstum von Nespresso, einem der profitabelsten Geschäftsbereiche von Nestlé.

Zwar dürfte sich JAB anfangs auf die Vormachtstellung in den USA konzentrieren. Doch die geplante Übernahme von Keurig erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Unternehmen es bald auch stärker auf Europa absehen könnte – und damit auf den Hauptmarkt von Nespresso. Das meint Alain Oberhuber, Analyst bei Main First Bank. „Mittelfristig wird es einen Preiskrieg geben", sagt er in einem Interview. „JAB präsentiert sich als aggressives Unternehmen.“

Für Nestlé ist das Kapselgeschäft ein wichtiger Ertragsbringer. Oberhuber schätzt, dass Nespresso und Dolce Gusto – die beiden wichtigsten Kaffee-Kapsel-Sparten von Nestle – eine operative Marge von rund 25 Prozent aufweisen, verglichen mit etwa 15 Prozent für den Konzern als Ganzes.

Keurig hatte der Übernahme durch eine Investorengruppe unter Führung von JAB Holding am Montag zugestimmt. Nach der Transaktion wird Keurig von der Börse genommen und als eigenständiges Unternehmen geführt, hieß es in einer Mitteilung. Das Management habe den Verkauf einstimmig gebilligt. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2016 abgeschlossen sein.

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Keurig-Maschinen auch in Europa

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