Neuer Betrugsverdacht am BER
Siemens schaltet Staatsanwaltschaft ein

Der Pannenflughafen BER kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Siemens und die Flughafengesellschaft FBB haben die Staatsanwaltschaft Cottbus eingeschaltet. Es gebe Hinweise auf Betrug und Untreue.
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DüsseldorfEin neuer Betrugsverdacht erreicht den skandalgeschüttelten Hauptstadtflughafen BER. Wie das Handelsblatt (Dienstagausgabe) berichtet, haben der Technologiekonzern Siemens und die Flughafengesellschaft FBB vor einer Woche die Staatsanwaltschaft Cottbus eingeschaltet. 1500 Seiten war die Anzeige lang, die von der FBB-Compliance-Chefin Elke Schafer gemeinsam mit ihrem Siemens-Kollegen eingereicht wurde.

Der Inhalt war pikant: Es geht um den Vorwurf „überhöhter“ Rechnungen. Forderungen für Leistungen also, die so gar nicht erbracht worden sind – und dennoch von der Flughafengesellschaft bereitwillig beglichen wurden. Die Ermittler in Cottbus kennen den Sachverhalt bereits. Die Prüfung könne allerdings bis Mitte des kommenden Monats andauern, heißt es aus der Behörde.

Bereits am Wochenende hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet, am Flughafen kursiere der Vorwurf „überhöhter“ Nachzahlungen, die Siemens, aber auch Bosch und die Telekom-Tochter T-Systems vor der ursprünglich geplanten Eröffnung im Mai 2012 gefordert haben sollen. Die Forderungen seien laut der Sonntagszeitung vom BER-Management „auffällig großzügig“ bedient worden.

Und so prüften neben Siemens auch die Telekom und Bosch den Sachverhalt. T-Systems hatte am Montag Kontakt zum Flughafenmanagement aufgenommen. Dabei hätten sich die Vorwürfe als haltlos erwiesen, sagt ein Sprecher. Die Flughafengesellschaft habe bestätigt, dass sie nicht gegen T-Systems ermittelt. Sie habe auch keine anlassbezogenen Compliance-Untersuchungen gegen T-Systems veranlasst.

Bosch gibt ebenfalls Entwarnung. Der Verdacht habe sich nicht erhärtet, das habe die Flughafengesellschaft inzwischen bestätigt, heißt es aus dem Unternehmen.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team

Kommentare zu " Neuer Betrugsverdacht am BER: Siemens schaltet Staatsanwaltschaft ein"

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  • Herr Wolfgang Trantow,

    Vielleicht erhält man nach der politischen "Karriere" eine angemessene "Belohnung" !
    Millionäre durch die Politik-Laufbahn könnte man einige Schmarotzer aufzählen !

  • Bestimmt kommen unsere Politiker wieder unbeschadet davon. Sie sitzen doch im Aufsichtsrat und sollen kontrollieren. Dafür werden sie bezahlt. Warum weigern sich die Politiker ihren Aufgaben nach zu kommen oder sehe ich als Laie dies falsch?

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