Neuer Fernbus-Anbieter
Flixbus plant 300 Verbindungen in Deutschland

In den USA sind Fernbusse seit Jahrzehnten ein Klassiker. In Deutschland geht es jetzt erst los: Nach dem Wegfall der Marktbeschränkungen sind die ersten Linienbusse unterwegs. Nächste Woche fährt Flixbus los.
  • 12

MünchenFür Fahrten zwischen Großstädten in Deutschland können Reisende aus immer mehr Bus-Anbietern wählen. Wenige Wochen nach dem Wegfall der strengen Marktbeschränkungen für Fernbusse im Inland geht in der kommenden Woche das neue Unternehmen Flixbus an den Start. Geplant seien 300 Direktverbindungen zwischen deutschen Städten, sagte Geschäftsführer Jochen Engert am Donnerstag in München. Die Preise für die Tickets sollen im Schnitt 60 bis 80 Prozent unter den Normalfahrpreisen der Bahn liegen. Die Fahrt von München nach Frankfurt beispielsweise koste je nach Zeitpunkt der Buchung 15 bis 29 Euro.

Bei der Fahrzeit können die Busse die Bahn allerdings nicht schlagen: Für die Fahrt von München nach Nürnberg rechnet Flixbus mit zweieinhalb Stunden - mit der Bahn dauert diese Fahrt nur gut eine Stunde. Für die Strecke von München nach Berlin geht das Unternehmen von mehr als acht Stunden Fahrzeit aus - ohne Staus.

Trotzdem ist das Potenzial für Fernbusse aus Sicht von Flixbus da. „Wir sind sicher, dass die Fernbusse ihre Nische finden werden“, sagte André Schwämmlein, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens. Durch Kooperationen mit mehreren Busunternehmen will sich Flixbus an die Nachfrage anpassen - eine eigene Flotte hat der Anbieter nicht.

Bis Januar galt zum Schutz der Bahn ein Gesetz aus den 1930er Jahren, wonach Fernbuslinien in der Regel nicht genehmigt wurden, wenn es parallel eine Zugverbindung gab. Seitdem die alte Regelung aufgehoben wurde, ist Bewegung in den Fernbus-Markt gekommen. Einige junge Unternehmen wie Mein-Fernbus oder Dein-Bus sind bereits von Stadt zu Stadt unterwegs und auch etablierte Unternehmen haben Pläne in der Schublade: Der ADAC prüft zusammen mit der Deutschen Post den Einstieg in ein bundesweites Fernbusnetz, das von 2014 an einige Dutzend Großstädte verbindet. Das grundsätzliche Konzept stehe, sagte ein ADAC-Sprecher auf Anfrage in München. Viele Details sind in den nächsten Monaten aber noch zu klären - und die obersten Gremien der beiden Unternehmen müssten dann auch noch zustimmen.

Bislang spielten Busse im Fernverkehr keine große Rolle: Laut Statistischem Bundesamt kamen sie zuletzt auf 2 Millionen Fahrgäste im Jahr, Fernzüge hingegen auf 125 Millionen. Eine Konkurrenz zur Bahn werden die Busse nach Einschätzung der Omnibusunternehmer auch in Zukunft nicht werden. „Der typische Bahnkunde wird nicht umsteigen“, sagte Monika Steffen vom Landesverband der bayerischen Omnibusunternehmen. „Der Schienenfernverkehr muss sich nicht vor dem Fernbus fürchten.“ Zielsetzung sei es vielmehr, ein eigenständiges, umweltfreundliches und preisgünstiges Verkehrssystem zu etablieren.

Eine wichtige Zielgruppe für die Anbieter sind junge Leute, die kein eigenes Auto haben und günstig reisen wollen. „Fernbeziehung, Numerus-Clausus-Opfer oder für ein Praktikum weit weg von Zuhause - die moderne Welt verlangt viel Mobilität“, heißt es etwa bei Dein-Bus. Gebucht werden die Tickets im Internet, der Fahrschein kann gleich ausgedruckt werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neuer Fernbus-Anbieter: Flixbus plant 300 Verbindungen in Deutschland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es wäre schön wenn der Fixbus auch von kleineren Städte fahren würden. Z.B.von Hattingen früh Morgens nach Dortmund und Nachmittags und Abends zurück. Das wäre eine Erleichterung für Pändler. MfG C.M

  • Was soll denn diese Antwort bitte?

    "Dann doch lieber die Bahn, die kommt nicht nur pünktlich an, man kann sich auch vor Punks, Studenten und Ausländern in der 1. Klasse einigermaßen abschotten."

    Wo sind wir denn heir gelandet liebe Frau? Rassenhass? Unterschichtenhass? Da geht aber einiges schief bei Ihnen. Am besten wäre bei ihnen eine Privat-Limo! Vielleicht erst mal erkundigen und Erfahrungsberichte (z.b. auf fernbus-bewertung.de, ciao.de, etc) lesen und mal mit fahren - DANN urteilen.

  • Der Umweltkritik kann ich überhaupt nicht zustimmen. Der Fernbus wird viele Autos einsparen, damit die Autobahnen eher entlasten und ist zudem jetzt schon umweltfreundlicher als die Bahn.
    und da ist dieser neue Anbieter nicht der einzigen, die das auch in Zahlen klar machen:
    https://www.flixbus.de/fernbus/umwelt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%