Nextbike gegen Deutsche Bahn
Zweikampf um die Leihfahrrad-Kunden

Leihfahrräder prägen auch in Deutschland in vielen Städten das Straßenbild. Der Markt wächst. In Berlin sorgt der Konkurrenzkampf für eine Flotte, die bald so groß sein dürfte wie die in London. Lohnt sich das?
  • 1

BerlinEs ist ganz einfach. App installieren, Fahrradnummer eingeben und Code erhalten. Damit lässt sich das elektronische Schloss öffnen – und los geht die Fahrt mit dem Leihfahrrad. Am Ziel angekommen, schließt man das Gefährt einfach an der nächsten Station wieder ab. Bezahlt wird online.

In vielen europäischen Städten sind Systeme dieser Art längst Standard. Doch in Deutschland dümpelte der Markt lange vor sich hin. Nun wird nachgerüstet. Vor allem in Berlin kämpfen zwei Unternehmen um die Marktmacht.

In den vergangenen Jahren prägten die rot-silbernen Leihräder der Deutsche-Bahn-Tochter DB Connect das Berliner Stadtbild – gefördert mit Mitteln des Senats. 2015 verlor Deutsche Bahn Connect aber die Ausschreibung in der Hauptstadt und damit die öffentlichen Gelder.

Diese gehen seither an den Sieger der Ausschreibung, das Leipziger Leihrad-Unternehmen Nextbike. „Das war im Frühjahr für uns eine große Enttäuschung“, räumt ein DB-Sprecher ein. Die Konzerntochter musste ihre Leihstationen in der Hauptstadt zurückbauen.

Doch den Berliner Markt wollte die Bahn nicht aufgeben. Man löste sich vom stationsbasierten System und holte mit Lidl einen Sponsor an Bord. Dazu wurden neue, silber-grüne Räder angeschafft. „3500 Zweiräder haben wir nun wieder auf den Straßen der Hauptstadt. An der Zahl wird sich auch erstmal nichts ändern.“

Nextbike produziert derweil im großen Stil seine eigenen Fahrräder in Leipzig und unterhält Leihrad-Flotten in zahlreichen europäischen und deutschen Städten. In Berlin will die Firma mit der Förderung des Senats laut einer Sprecherin innerhalb der nächsten zwei Jahre 5000 Leihräder mit festen Stationen installieren. „Wir starten erst noch mit dem regulären Betrieb“, sagt sie.

„In Berlin bedienen dann zwei Unternehmen ein und denselben Markt“, erklärt Tilman Bracher, Bereichsleiter unter anderem für Mobilität und Radverkehr am Deutschen Institut für Urbanistik. Er bezweifelt, dass so viele Leihräder überhaupt gebraucht werden.

Seite 1:

Zweikampf um die Leihfahrrad-Kunden

Seite 2:

London und Paris sind schon weiter

Kommentare zu " Nextbike gegen Deutsche Bahn: Zweikampf um die Leihfahrrad-Kunden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Leihrad-System....alter Wein in neuer Verpackung....man kann auch Fahrradverleih dazu sagen.
    Gibt es schon seit Jahrzehnten in allen Groß-Städten von Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%