Norwegian Air
Von Irland zur US-Ostküste für 65 Dollar fliegen

Für 65 Dollar von Irland an die US-Ostküste fliegen? Kein Problem, sagt die Billigairline Norwegian – und greift mit Niedrigpreisen Platzhirsche wie die Lufthansa an. Bei den günstigen Flügen gibt es aber einen Haken.
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WashingtonDie Billigfluglinie Norwegian Air greift angestammte Airlines wie die Lufthansa auf den lukrativen Atlantikstrecken an. Ab Juni will Norwegian Flüge von Großbritannien und Irland an die US-Ostküste ab 65 Dollar für die einfache Strecke anbieten. Für die Strecke will das Unternehmen statt Großraumflugzeugen die wesentlich kleineren Boing-737-Jets einsetzen. So sollen die Kosten niedrig gehalten werden. Die ursprünglich für Flüge innerhalb Europas oder der USA konstruierten Boing-737-Jets wurden vom US-Hersteller überarbeitet und können nun längere Strecken ohne Auftanken zurücklegen. Norwegian erhält die ersten Jets der neuen Version im Mai.

Der Angriff von Norwegian Air hat das Potenzial, auf einer der meistbeflogenen Strecken im globalen Flugverkehr die Gewichte zu verschieben. Bislang wird der Markt für Verbindungen zwischen Europa und Nordamerika von den drei großen europäischen Airline-Konzernen Air France-KLM, British Airways-Iberia und der Lufthansa sowie ihren amerikanischen Partnern kontrolliert. Einzig die isländische Wow Air bietet bereits Billigflüge über den Nordatlantik an – allerdings mit einem Stopp in der Hauptstadt Reykjavik. Jedes Jahr fliegen 60 Millionen Passagiere auf diesen Routen. Da gebe es noch Platz für Newcomer, hatte Wow Air voriges Jahr gesagt. Auch Norwegian steuert die USA aus Europa bereits direkt an, bislang allerdings mit Langstreckenflugzeugen vom Typ Boeing 787.

Neben den kleineren Flugzeugen greift Norwegian auf die bekannten Sparmaßnahmen der Billigairlines zurück. So fliegt das Unternehmen nicht die Flughäfen von New York und Boston an. Stattdessen geht es von Irland und Großbritannien zu kleineren Städten in den Bundesstaaten New York, Rhode Island und Connecticut.

Der Amerika-Expansion von Norwegian war ein jahrelanger juristischer Streit vorausgegangen. Da Norwegen kein Mitglied der EU ist, konnte Norwegian von ihrem Heimatland aus nicht so viele US-Verbindungen anbieten wie gewünscht. Deshalb wurde eine Tochter in Irland gegründet. Fluggesellschaften und Gewerkschaften in den USA hatten aber beklagt, Norwegian zahle niedrige Gehälter und untergrabe Arbeitsstandards. Beendet wurde der Streit erst im Dezember, als das US-Verkehrsministerium alle Landerechte erteilte. Seitdem darf der Irland-Ableger von Norwegian wie jede andere EU-Fluglinie alle Ziele in den Vereinigten Staaten anfliegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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