Nürburgring ist insolvent
Wirtschaftsprüfer warnten vor hohen Verlusten

Die Verluste beim Nürburgring waren möglicherweise lange absehbar: Ein Gutachten warnt vor knapp 200 Millionen Euro minus in zehn Jahren. Unklar ist, ob die Landesregierung das Papier nicht kannte - oder ignorierte.
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Bei der mittlerweile insolventen Nürburgring GmbH hat es einem Bericht zufolge möglicherweise schon frühzeitig Warnungen vor hohen Verlusten gegeben. Die für die rheinland-pfälzische Landesgesellschaft tätigen Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young hätten bereits in einem internen Papier vom Juli 2010 Verluste über insgesamt 191,9 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 vorhergesagt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Unter Umständen seien sogar Zusagen des Landes nötig, als Geldgeber einzuspringen, habe es in den Unterlagen geheißen.

Die Warnungen der Wirtschaftsprüfer wären damit zu einem Zeitpunkt gekommen, als sich Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) noch zuversichtlich in Sachen Nürburgring zeigte, heißt es in dem Zeitungsbericht. Im Wahlkampf für die Landtagswahl 2011 habe er erklärt, die weltbekannte Rennstrecke in der Eifel sei „auf dem Weg zu einem Erfolgsmodell".

Unklar ist dem Bericht zufolge allerdings, ob das Papier der Nürburgring GmbH überhaupt deren Aufsichtsrat und der Landesregierung vorlag. Das Innenministerium in Mainz hatte demnach nun erklärte, die genannten Zahlen „nicht verifizieren" zu können.

Die Nürburgring GmbH gehört zu 90 Prozent dem Land und zu zehn Prozent dem Landkreis Ahrweiler. Am Freitag hatten der überschuldete Betrieb sowie zwei Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet. Die Gesellschaft selbst hatte ihre Geldprobleme zuletzt vor allem mit ausbleibenden Pachtzahlungen begründet, derentwegen sie ihre Kreditraten nicht mehr habe zahlen können.

Die Nürburgring GmbH hat ein Darlehen bei der landeseigenen ISB-Bank über 330 Millionen Euro offen sowie ein Darlehen beim Land Rheinland-Pfalz über 83 Millionen Euro. Das Land wollte der Gesellschaft mit weiteren 13 Millionen Euro unter die Arme greifen und hatte einen dazu notwendigen Antrag bei der EU-Kommission gestellt. Weil aus Brüssel eine Entscheidung zum Hilfsgeld weiter aussteht, wäre der Betrieb bald pleite und ging daher in die Insolvenz.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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