Offerte abgelehnt
Finanzinvestoren bieten für Gesundheitskonzern Capio

Die Beteiligungsgesellschaften Apax und Nordic Capital beabsichtigen, den schwedischen Gesundheitskonzern Capio für rund 1,7 Mrd. Euro zu kaufen. Doch der Capio-Aufsichtsrat lehnt ab. Das Unternehmen war erst jüngst auf dem deutschen Markt eingestiegen.

HB STOCKHOLM. Das Angebot belaufe sich auf 153 Kronen (gut 16 Euro) je Capio-Aktie, ein Aufschlag von rund 35 Prozent zum durchschnittlichen Schlusskurs im vergangenen Monat, teilte Apax am Freitag mit. Die Finanzinvestoren wollen Capio über ihr gemeinsames Unternehmen Opica AB erwerben.

Der Capio-Aufsichtsrat weist die Offerte zurück. Sie spiegele den Wert des Unternehmens angesichts seiner Wachstumsperspektiven nicht angemessen wider. Capio hatte erst jüngst die Übernahme des privaten Krankenhausbetreibers Deutsche Klinik angekündigt. Es ist das erste ausländische Unternehmen, das groß in den deutschen Klinikmarkt einsteigt.

Die Bieter zeigen keine Bereitschaft, nochmals nachzulegen. „Wir beabsichtigen nicht, unser Angebot zu erhöhen. Wir finden, dass wir eine sehr starkes Angebot gemacht haben mit einem deutlichen Aufschlag“, sagte Lars Johansson von Apax Partners.

Der Capio-Aufsichtsrat hatte nach eigenen Angaben bereits am Montag ein schriftliches unverbindliches Angebot erhalten und dieses umgehend abgelehnt. Das Kontrollgremium sei daher überrascht, das Opica mit seiner unerbetenen Offerte fortschreite, hieß es. Capio-Aufsichtsratschef Roger Holtback enthielt sich der Empfehlung, da er auch dem Review Committee von Nordex Capital Advisory angehört.

Kurssprung

Die Capio-Aktie reagierte auf die Übernahmeofferte mit einem Kurssprung. An der Börse in Stockholm stiegen die Anteilsscheine um mehr 30 Prozent auf 165 Kronen. Davon profitierten auch die Aktien des deutschen Konkurrenten Rhön-Klinikum, die fast 7 Prozent auf 34 Euro anzogen. „Das kurbelt die Übernahmefantasien in der Branche an“, begründete ein Händler.

Capio hat sich auf Patientenversorgung und Diagnosedienstleistungen spezialisiert. Der Konzern ist neben Skandinavien auch in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal tätig und erzielte mit 14 500 Mitarbeitern 2005 einen Umsatz von etwa 1,3 Mrd. Euro.

Capio hatte am Donnerstag mitgeteilt, in exklusive Verhandlungen über den Kauf des französischen Klinikbetreibers Tonkin Group eingetreten zu sein. „Durch unsere lokale Präsenz werden wir Capios Expansion im französischen Markt unterstützen“, erklärte Laurent Ganem von Apax Partners SA. Die Tonkin Group ist der größte private Krankenhausbetreiber in der Rhone-Alpes-Region.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%