Offerte aus Frankreich
Germanischer Lloyd will eigenständig bleiben

Der Schiffsklassifizierer Germanischer Lloyd wehrt sich gegen eine Übernahme. Der französische Konkurrent Bureau Veritas hat erst kürzlich eine Offerte für die Hamburger Gesellschaft abgegeben.

HB HAMBURG. Als technischen Gutachtern für die Planung und den Betrieb von Schiffen kommt Klassifizierungsgesellschaften im weltweiten Schiffsverkehr eine wichtige Rolle zu. In der Branche herrscht zurzeit ein starker Verdrängungswettbewerb. Auf einem eigens dafür einberufenen Aktionärstreffen will der Germanische Lloyd nun den Aktionären am Freitag in Hamburg Perspektiven des Traditionsunternehmens vorstellen und Argumente gegen einen Verkauf präsentieren, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch sagte. Mit dem Hamburger Senat und der Bundesregierung werden zudem Gespräche geführt, um die Eigenständigkeit des des Unternehmens zu erhalten.

Die beiden Schiffsklassifizierer Lloyds Register und Det Norske aus Großbritannien und Norwegen haben Minderheitsbeteiligungen angeboten, um eine Übernahme des Germanischen Lloyd durch die Franzosen zu verhindern.

Medienberichten zufolge sollen außerdem die deutsche Dekra und der US-Investor Cerberus sowie mehrere Technische Überwachungsvereine (TÜV) interessiert sein. Die Tageszeitung „Die Welt“ hatte unlängst zudem von Gesprächen mit Reedern und Werften berichtet, die ihre Anteile aufstocken wollten.

Bislang halten die Reeder 26 Prozent und die Werften 15 Prozent am Germanischen Lloyd. Allerdings dürfen laut Satzung des Germanischen Lloyd die Reeder, Werften und Zulieferer nur einen Gesamtanteil von 49 Prozent halten. Damit soll die Unabhängigkeit der Prüfgesellschaft garantiert werden.

Laut Unternehmenskreisen bietet Bureau Veritas rund 500 Millionen für 75 Prozent an seinem deutschen Konkurrenten. Im vergangenen Jahr erzielten die Franzosen, weltweit Nummer drei der Branche, einen Umsatz von 1,65 Milliarden Euro. Der Germanische Lloyd, auf Rang vier der Branche, erzielt mit weltweit über 3000 Mitarbeitern einen Umsatz von 320 Millionen Euro.

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