Paris
Air-France-Streik sorgt für Durcheinander

In Paris streiken die Piloten von Air France – jeder zweite Flug des Hauptstadtflughafens fällt am Montag aus. Der Streik könnte noch eine Woche dauern – das wäre ein neuer Rekord.
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ParisPassagiere der französischen Fluggesellschaft Air France haben am Montag die Auswirkungen des angekündigten Pilotenstreiks zu spüren bekommen: Am Flughafen Roissy in Paris mussten Reisende an den Air-France-Schaltern auf eine mögliche Umbuchung warten, wie AFP-Journalisten berichteten. Jeder zweite Air-France-Flug fällt am Montag aus, auch in den nächsten Tagen dürfte der Flugverkehr wegen des Streiks gewaltig durcheinander geraten.

Ein gestresster Passagier hob in Roissy hervor, dass er „absolut eine Lösung“ finden müsse, um noch am Montag nach München zu kommen. Dennoch zeigte er sich „solidarisch“ mit den Piloten, die gegen Pläne der Fluggesellschaft streiken, ihr Billig-Angebot auszuweiten. Andere Flugreisende zeigten sich weniger verständnisvoll. „Ich komme nicht nach Hause, na schönen Dank“, ärgerte sich Jean-Marc Ragot am Morgen, der von Nairobi kommend nach Lyon weiterreisen wollte.

Die Pilotengewerkschaft SNPL hat vom 15. bis 22. September zu einem Streik aufgerufen, zwei andere Gewerkschaften bis zum 18. September. Air France rechnet daher damit, dass fast die Hälfte aller Flüge ausfallen wird. Weil starke Behinderungen erwartet werden, hatte die Fluggesellschaft ihre Kunden aufgefordert, ihre Reisen zu verschieben, ihre Tickets zu ändern oder sich den Reisepreis zurückzahlen zu lassen. 65.000 Textnachrichten wurden deshalb an Air-France-Passagiere verschickt. Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass sich die Lage am Dienstag noch verschärft.

Hintergrund des Arbeitskampfs sind Pläne des Unternehmens, Kurz- und Mittelstreckenflüge künftig verstärkt über das Tochterunternehmen Transavia abzuwickeln und dieses zu einer europaweiten Billig-Fluglinie auszubauen. Die Gewerkschaft befürchtet eine Auslagerung von Jobs und schlechtere Arbeitsbedingungen.

Ein siebentägiger Streik wäre die längste Arbeitsniederlegung von Piloten der Air France seit 1998. Die Unternehmensführung von Air France bezifferte die täglichen Einbußen durch den Streik auf 10 bis 15 Millionen Euro.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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